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Jolly Roger: Dieser Telefon-Roboter stoppt lästige Werbeanrufer

02.02.2016 | 12:53 Uhr |

Ein cleverer Telefon-Roboter hält nervige Werbeanrufer so lange hin, bis diese aufgeben. Er täuscht vor, ein echter Mensch zu sein.

Telefon-Marketing nervt. Roger Anderson, ein US-amerikanischer Tüftler, hat deshalb einen Telefon-Roboter gebaut, der Werbeanrufer am Telefon möglichst lange hinhält und so deren Zeit verschwendet. Andersons Roboter erkennt jede neue Nummer, die seinen Apparat anruft und spricht dann einen vorbereiteten Text ab. Damit will Anderson erreichen, dass die Werbeanrufer so viel Zeit wie möglich verschwenden. Anrufe von bekannten Nummern werden stattdessen problemlos durchgestellt.

Anderson stellte aber schnell fest, dass die Werbeanrufer ihre Anrufe bereits nach wenigen Sekunden beendeten. Die Telefoncomputer der Call-Center, die den ersten Anruf starten, erkennen nämlich nach wenigen Sekunden, ob am anderen Ende der Leitung ein Mensch antwortet und stellen dann den Anruf an einen Callcenter-Agenten durch. Erkennen sie dagegen keinen Menschen, beenden sie das Gespräch.

Anderson legte also nach und verbesserte seinen Werbeanrufer-Nerv-Roboter, der den Namen Jolly Roger trägt (so heißt auch die schwarze Piratenflagge mit dem weißen Totenkopf). Er ließ seinen Roboter nun beispielsweise “Hallo, Hallo, Hallo” sagen. Sowie einige andere menschliche Töne wie "uh-huh" oder “richtig”, damit der Telefoncomputer einen Menschen zu erkennen glaubt und den Anruf an einen Callcenter-Agenten weiterreicht. Auch der Callcenter-Agent soll möglichst lange glauben, dass er sich mit einem Menschen unterhält. Deshalb unterbricht Jolly Roger immer wieder kurz das Gespräch, beispielsweise tut der Hinhalte-Roboter so, als würde er sich kurz mit jemanden neben sich unterhalten. Dann wendet er sich wieder dem Werbeanrufer zu und fragt: „Weswegen haben Sie nochmal angerufen“?

Anderson feilte so lange an seinen Algorithmus, bis dieser einen menschlichen Werbeanrufer einige Minuten in der Leitung halten konnte, bis dieser die Täuschung endlich bemerkt und das Gespräch beendet. Ein Ton-Mitschnitt auf Youtube zeigt, wie gut die Täuschung funktioniert.

Seine Vorgehensweise und die technische Hintergründe erklärt der Tüftler hier. Jolly Roger hat auch eine Facebook-Seite.

Wahrlich eine großartige Leistung hat vor Kurzem ein anderer Roboter geschafft. Er löste den Zauberwürfel Rubik_s Cube in 1,047 Sekunden.

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