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Diese Entwicklerin wehrt sich gegen Stereotype in der IT-Branche

04.08.2015 | 15:29 Uhr |

Mein Kollege hat mich mit Dollar-Scheinen beworfen - sie will offenbar so gar nicht in das gängige Schema als Entwicklerin passen und bekommt daher denkwürdige Kommentare bei Facebook & Twitter. Isis Wenger wehrt sich nun gegen diese Stereotype.

Als Motiv für die Plakat-Werbung für das Startup OneLogin mussten kurzerhand einige Mitarbeiter der Firma herhalten. Die ganze Aktion war hastig geplant und in nur einem Tag durchgeführt, berichtet Isis Wenger - Mitarbeiterin bei OneLogin und eines der Plakat-Motive. Sie beschreibt sich als introvertierte Entwicklerin, die überhaupt nicht auf das vorbereitet war, was ihr Plakat auslösen sollte.

Die Kampagne - genauer gesagt: das eine Plakat mit Isis Wenger - ging viral und sorgte für denkwürdige Reaktionen. So vermutete ein Facebook-Nutzer, dass die Werbetreibenden "wahrscheinlich nur Männer ansprechen wollen", weil Sie die junge Frau auf dem Poster abbilden. Ein weiterer Kommentator fragt sich, wie weibliche Entwickler eigentlich aussehen. Ein Weiterer schreibt: Wenn sie Frauen anwerben wollten, dann hätten sie besser ein Bild mit einem warmen, freundlichen Lächeln ausgesucht und nicht so ein sexy Grinsen.

Dabei ging es in der Kampagne keineswegs um die Adressierung eines bestimmten Geschlechts. Sondern nur um neue Entwickler für OneLogin, wie Isis Wenger in einem Blog-Eintrag betont.

Und sie berichtet über frühere Ereignisse im Büro. Ein Kollege habe sie dort einmal mit Dollar-Scheinen beworfen. Ein anderer habe sie während eines Bewerbungsgesprächs gefragt, ob sie seine Sexfreundin werden wolle.

In ihrem Posting wehrt sich die Frau gegen Stereotype in der IT-Branche und ruft dazu auf, gegen diese Stereotype in den Köpfen vorzugehen. Unter dem Hashtag #iLookLikeAnEngineer sollen die Menschen zeigen, wie unterschiedlich Entwickler aussehen und dass sie keineswegs einem vordefiniertem Bild (zum Beispiel: männlich, Mitte 20/Anfang 30, Brille, Nerd) aussehen müssen. An dieser Aktion haben sich, wie ein Blick auf Twitter zeigt, auch schon viele beteiligt, darunter auch das renommierte MIT.

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