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Diese Anlage soll Strom aus dem Weltraum liefern

07.10.2016 | 15:54 Uhr |

Die Japaner wollen langfristig eine Solar-Anlage im Weltraum platzieren, die die Erde ganz ohne Kabel mit Energie versorgt.

Solarzellen im Weltraum könnten langfristig die Energieprobleme der Menschheit lösen. Bis dahin ist es jedoch noch ein langer Weg. Forscher aus Japan arbeiten jedoch schon an einer Technologie, mit der sich Strom ganz ohne Kabel über mittlere Distanzen übertragen lässt.

Langfristig wollen die Forscher riesige Solarparks im Weltraum platzieren, die vom irdischen Wetter nicht beeinflusst werden und konstant riesige Energiemengen über Mikrowellen zur Erde schicken. Auf der gerade in Tokio stattfindenden Ceatec Electronics Show zeigte J Space Systems eine flache Antenne, die auf der Frequenz von 5,8 GHz Mikrowellen empfangen kann.

Über diese Antenne konnte J Space Systems bereits Strom über eine Entfernung von 50 Metern übertragen. Dabei kam es jedoch zu starken Verlusten. Von den 1,8 Kilowatt, die auf der Senderseite  abgestrahlt wurden, kamen in einer Entfernung von 2,3 bis 2,6 Metern nur 340 Watt bei der Antenne an. Mitsubishi Heavy Industries entwickelt eine ähnliche Technik und konnte damit 10 Kilowatt über eine Distanz von 500 Metern senden.

Neben dem Solarpark im Weltraum gibt es auch andere Anwendungsmöglichkeiten für die Technik. So könnte in Fabriken beispielsweise ein sich ständig wechselnder Maschinenpark ohne Kabel mit Strom versorgt werden, ohne dass hierfür zusätzliche Leitungen verlegt werden müssen. Ebenso möglich wären Ballons, die in Katastrophengebieten, in denen der Strom ausgefallen ist, die Energieversorgung vorübergehend wiederherstellen. Alternativ kann der Strom natürlich auch nach oben zu einer Drohne fließen, die dann länger in der Luft bleiben kann.

Das von der japanischen Weltraum-Agentur Jaxa verfolgte Ziel einer Solaranlage im Weltraum ist indes nicht neu. Bisherige Projekte in anderen Ländern wurden jedoch meist durch fehlende politische Unterstützung verworfen. Daher ist sich Jaxa darüber bewusst, dass ein solches Vorhaben noch viel Zeit und Geld verschlingen wird.

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