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Die versteckte Psychologie in "Die Sims 2"

22.12.2004 | 11:11 Uhr |

Einer der Spiele-Blockbuster des Jahres 2004 ist "Die Sims 2". Millionen Anwender aller Altersgruppen und jeden Geschlechts tauchen regelmäßig in ihre digitale Puppenstube ein und manövrieren ihren Schützling in unterschiedliche Lebenssituationen. Psychologen warnen allerdings vor Risiken.

Brian Deppiesse ist Entwicklungsdirektor für " Die Sims 2 ". Auch seine 13-Jährige Tochter ist ein absoluter Fan der Serie, nutzt den Titel aber für Taten, die sie im realen Leben hoffentlich niemals durchführen wird. Der Teenager hat die eigene Familie "nachgebaut" und dann ihren jüngeren Bruder im Spiel getötet, so Deppiesse.

Dies ist nach Ansicht von John Suler, Professor für Psychologie an der Rider Universität in Lawrenceville, New Jersey, ein großartiges Beispiel dafür, wie Spieler "Die Sims2" nutzen. "Ein wichtiger Aspekt bei den Sims ist, dass eine Person Charaktere und ganze Welten kreieren kann - es hat etwas Gott-haftes", so Suler, der sich auf die Erforschung der Psychologie im Cyberspace spezialisiert hat.

Demzufolge kreieren viele Spieler Reflektionen ihres eigenen Lebens und probieren unterschiedliche Szenarien aus. "Sie erschaffen einen Mikrokosmos ihres eigenen Lebens, manchmal bewusst, manchmal unbewusst, arbeiten sich durch verschiedene reale Angelegenheiten und überführen diese in das Spiel. Es ist wie das Spiel mit Puppen, allerdings in einer digitalen Version", so Suler.

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