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Die Wurzeln von Suchmaschinen-Spam

20.03.2007 | 16:16 Uhr |

Zusammen mit Forschern der Universität von Kalifornien will Microsoft dem Suchmaschinen-Spam auf den Grund gehen. Dazu sollen die Zusammenhänge zwischen Spammern und Online-Werbung aufgedeckt werden.

Die Verseuchung von Suchergebnissen der großen Suchmaschinen wie Google, Yahoo oder Live Search mit unseriösen Werbe-Links wird zunehmend zum Ärgernis, nicht nur für die normalen Internet-Nutzer. Microsoft kooperiert daher mit Forschern der Universität von Kalifornien in Berkeley, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Von der Seite Microsofts ist das Strider-Team mit ihrem Search Ranger beteiligt. Search Ranger soll nach dem Prinzip "Folge dem Weg des Geldes" automatisch die Spuren der Spammer über ihre Werbenetzwerke verfolgen. Eine Veröffentlichung über Search Ranger ist für Juni 2007 angekündigt. Microsoft bietet unterdessen einen Web-Proxy namens " Fiddler " an, der die Analyse aller HTTP-Verbindungen erlaubt, einschließlich der Möglichkeit Breakpoints zu setzen, also den Datenstrom anzuhalten um ihn zu untersuchen. Damit sollen alle, die mithelfen wollen, den Spuren der Spammer folgen können.

Hao Chen, Assistenzprofessor in Berkeley, hat bereits eine Arbeit veröffentlicht, die als PDF auf seiner Homepage erhältlich ist. Darin beschreibt Chen die typische Vorgehensweise der Spammer. Sie bauen ein Netz von Weiterleitungsseiten auf kostenlosem Webspace auf und verbreiten deren URLs mittels Kommentar-Spam in Foren und Gästebüchern. Damit wollen sie vor allem die Ranking-Methoden der Suchmaschinen überlisten, damit die Werbeseiten möglichst weit vorne in den Suchergebnissen landen. Die Forscher um Hao Chen wollen ihre Arbeit im Mai auf der 16. W3C-Konferenz in Banff (Kanada) vorstellen.

Eines der Probleme mit dieser Spam-Masche ist, dass auch seriöse Firmen mit hinein gezogen werden, zumindest teilweise unabsichtlich. Über undurchsichtige Werbenetzwerke geraten die von ihnen bei Werbeagenturen beauftragten Anzeigen auch in die Netzwerke der Spammer. Damit finanzieren sie ungewollt die Spammer mit. Unternehmen sind daher aufgerufen ihre Werbepartner sorgfältiger auszuwählen und auch beauftragte Agenturen dazu zu verpflichten.

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