56130

Die Top Hoaxes in 2005

01.04.2005 | 15:05 Uhr |

Am 1. April schickt man ja gerne mal jemanden mit einem Scherz "in den April". Hoaxes haben hingegen das ganze Jahr über Saison.

Am 1. April schickt man ja gerne mal jemanden mit einem Scherz "in den April". Hoaxes haben hingegen das ganze Jahr über Saison. Dabei handelt es sich um Falschmeldungen, die Kettenbrief-artig überwiegend per Mail verbreitet werden. Aber auch Messenger-Dienste wie ICQ, MSN oder Yahoo dienen als Transportvehikel - und sind zugleich Gegenstand von Falschmeldungen.

So tauchen regelmäßig neue Varianten von Meldungen auf, der jeweilige Dienst werde bald kostenpflichtig und man solle diese Nachricht an mindestens zehn Bekannte senden, um dies zu verhindern. Meldungen über Benutzernamen, hinter denen sich angeblich ein Virus verbergen soll, sind in den Messenger-Netzen ebenfalls ständiges Thema, nur die Benutzernamen wechseln häufig.

Seit fünf Jahren ein Dauerbrenner unter den Mail-Hoaxes ist die Behauptung, ein namhafter Handy-Hersteller verschenke Mobiltelefone, wenn man die Mail weiterleite. Genannt wird zurzeit vorwiegend Ericsson, es gab jedoch auch schon Varianten, in denen Nokia, Siemens und Motorola Gegenstand gleichlautender Falschmeldungen waren.

Fast ebenso alt ist ein Kettenbrief, in dem angeblich nach einem Knochenmarkspender gesucht wird. Als vermeintlicher Ursprung tauchen auch heute noch das Uni-Klinikum in Regensburg und eine Julia S. aus der Nähe von München in den Mails auf. Beide haben unter den angegebenen Rufnummern Bandansagen geschaltet, die darauf hinweisen, dass man einem Hoax aufgesessen sei.

eit Anfang dieses Jahres werden beim Hoax-Info Service wieder verstärkt falsche Virenwarnungen gemeldet oder angefragt, die sich auf eine angebliche CNN-Meldung beziehen, in der vor dem "schlimmsten Virus überhaupt" gewarnt wird. Der Virus soll sich in Mails mit dem Betreff "Eine Karte für Sie" verbreiten. Dieser Hoax ist in der englischen Fassung ("A virtual card for you") schon seit mindestens vier Jahren im Umlauf.

Unter den Überschrift "Wer es löscht hat kein Herz" grassiert derzeit ein typischer Vertreter der Kategorie "Tränendrüsen-Mail". Mit einem Baby-Foto im Anhang sucht eine Krita Marie angeblich Sponsoren für die Heilung ihres Töchterchens Natalie, die Hirnkrebs haben soll. Jede Weiterleitung soll automatisch zu einer Spende von fünf Cent führen, die von AOL aufgebracht würden.

Zu den Klassikern zählen nach wie vor auch Mails, in denen illegale Schneeballsysteme propagiert werden.

Streng genommen keine Hoaxes im eigentlichen Sinn sind Spam-artig versandte Mails der so genannten "Nigeria Connection". Darin werden die Empfänger gebeten, ihr Bankkonto für Transaktionen großer Geldsummen (mehrere Millionen Dollar) zur Verfügung zu stellen. Dafür sollen sie einen Anteil des Geldes erhalten. Tatsächlich sollen sie jedoch erstmal einige hundert bis mehrere tausend Euro für wertlose Dokumente, Bestechungsgelder und Gebühren zahlen. Die Millionen bekommen sie nie zu Gesicht und auch das vorab gezahlte Geld ist stets weg.

Hoaxes aller Art legen ein wellenförmiges Verhalten an den Tag. Sie schwappen durch die Online-Welt, verschwinden scheinbar für ein paar Monate und tauchen dann plötzlich wieder verstärkt auf. Bei Hoaxes heißt das einzige Gegenmittel "Information". Mails, in denen zur Weiterleitung aufgefordert wird, sind Kettenbriefe und in aller Regel steckt nichts Sinnvolles dahinter.

Hoax-Info Service

0 Kommentare zu diesem Artikel
56130