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Die IT-Gehälter steigen in den USA kräftiger als hier

26.01.2007 | 10:47 Uhr |

Qualifiziertes IT-Personal ist wieder knapp geworden. Die Folgen zeigen sich deutlich: In den USA stiegen die IT-Gehälter im letzten Jahr um durchschnittlich 5,2 Prozent.

Damit haben amerikanische IT-Spezialisten 2006 stärker zugelegt als deutsche: Hierzulande stiegen die durchschnittlichen Bezüge lediglich um 3,2 Prozent (siehe : IT-Gehälter 2006 und Was IT-Profis wirklich interessiert ).

Wie die auf Technologie und IT-Karriere spezialisierte US-Site Dice in einer Web-Umfrage unter 19 000 IT-Beschäftigten herausfand, betrug das durchschnittliche Salär der US-Profis 73 308 Dollar. Am besten ging es Spezialisten, die im Finanzdienstleistungs- und Versicherungssektor beschäftigt sind. Sie verdienten im Durchschnitt 82 504 Dollar (plus acht Prozent). Das Schlusslicht bilden jenseits des Atlantiks die im Handel und bei E-Commerce-Firmen arbeitenden IT-Profis. Ihre Bezüge gingen zwar um 14 Prozent hoch, erreichten aber "nur" 63 830 Dollar.

Hintergrund für die Lohnsteigerungen ist die zunehmende Knappheit an qualifizierten IT-Profis. Headhunter und Personalchefs hatten in den letzten Jahren schon davor gewarnt, dass nach dem Platzen der Dotcom-Blase und der anschließenden Talfahrt der Wirtschaft zu wenig Geld in die Aus- und Weiterbildung von IT-Berufsanfängern gesteckt wurde. Gleichzeitig erreichen derzeit in den USA wie in Europa viele gestandene IT-Profis die Ruhestandsgrenze. Deshalb haben Unternehmen nun große Mühe, ihre Leistungsträger zu halten, zumal die Anzahl der Abwerbungsversuche ständig zunimmt.

Je länger ein IT-Profi aktiv ist, desto höher steigen seine Bezüge - eine wenig überraschende Erkenntnis, die Dice allerdings mit Zahlen untermauert. In den USA beziehen IT-Experten im ersten Jahr ein Durchschnittseinkommen von 42 414 Dollar. Wer zwischen drei und fünf Jahren dabei ist, erhält 55 922 Dollar. Und wer eine Berufserfahrung von mehr als 15 Jahren in die Waagschale werfen kann, der bringt es durchschnittlich auf 90 125 Dollar.

Die höchsten Lohnsteigerungen genießen derzeit die Youngster - ein weiteres Indiz dafür, dass wieder ein Kampf um Talente ausgebrochen ist. Berufsanfänger kassierten 2006 in den Staaten ein um 13 Prozent höheres Jahresgehalt als 2005. Wer ein bis zwei Jahre Praxis nachweisen konnte, strich im Durchschnitt sogar um 14 Prozent mehr Lohn ein. Die alten Hasen mit einer mehr als zehnjährigen Berufserfahrung legten dagegen nur noch um vier Prozent zu.

Mit überdurchschnittlich hohen Bezügen kann rechnen, wer sich mit ERP- und CRM-Systemen (siehe: SAP-Experten wieder im Aufwind ) sowie dem Sarbanes-Oxley-Act auskennt. Hohe Gehälter erzielen außerdem Java- und Soap-Spezialisten sowie Experten für Oracle und Sybase-Datenbanken.

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