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Die Geschäfte von Bea Systems laufen schlecht

02.05.2007 | 10:30 Uhr |

Das Softwareunternehmen Bea hat eine Umsatzwarnung mit der Reorganisation des Vertriebs begründet. Doch auch der Druck von Oracle dürfte eine Rolle gespielt haben.

Bea Systems hat die finanziellen Ziele im ersten Quartal (Ende: 30. April) des laufenden Geschäftsjahres verfehlt. Der Anbieter von Infrastruktursoftware erwartet laut vorläufigen Zahlen Einnahmen zwischen 342 Millionen und 347 Millionen Dollar, während die Wallstreet 358 Millionen Dollar prognostiziert hatte. Hintergrund ist eine Schwäche der Lizenzumsätze: Statt der von Bea Systems zur Mitte des Berichtszeitraums in Aussicht gestellten 132 Millionen Dollar wurden mit neuen Programmen lediglich 111 Millionen bis 116 Millionen Dollar umgesetzt.

Bea begründete die Entwicklung mit Umstrukturierungen im Vertrieb und einer allgemeinen Schwäche im amerikanischen Absatzmarkt. Zudem habe sich der Abschluss einiger Großaufträge unerwartet verschoben. Analysten verwiesen indes auf die guten Zahlen im Middleware-Bereich, die der Rivale Oracle für sein jüngstes Quartal präsentieren konnte. Bei seiner Analystenkonferenz hatte CEO Larry Ellison behauptet, man wachse mit der eigenen "Fusion"-Middleware zehn mal schneller als Bea Systems. Allerdings ist fraglich, ob Oracle auch in nennenswertem Umfang neue Kunden gewinnen kann, oder ob die Datenbanker lediglich Middleware an ihre Bestandsanwender verkaufen.

Die schwache Entwicklung von Bea wird nach Meinung eines Analysten in jedem Fall den kursierenden Übernahmegerüchten neue Nahrung zuführen. Neben Oracle gilt auch Hewlett-Packard (HP) als heißer Kandidat für eine Akquisition. Nach der Warnung gab der Kurs der Bea-Aktie am Dienstag anfangs um zehn Prozent nach und erreichte ein 52-Wochen-Tief. Im Verlauf des Tages erholte sich das Papier wieder und beendete den Handel mit einem Abschlag von lediglich drei Prozent. Der offizielle Bericht zum ersten Quartal soll am 16. Mai vorgelegt werden. Allerdings gab Bea an, nicht alle Zahlen präsentieren zu können, da das Unternehmen immer noch die Bilanzierungspraxis von früheren Aktienoptionen untersucht. (ajf)

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