04.11.2011, 14:45

Tobias Weidemann

Die 12 MB-Grenze fällt

Web.de-FreeMail: Endlich 500 MB Platz für E-Mails

Web.de plant einschneidende Neuerungen für sein E-Mail-Postfach. Über einen Trick lassen sich die neuen Annehmlichkeiten bereits jetzt nutzen.
Der Karlsruher Webmail-Dienst Web.de plant, in einigen Wochen eine neue Benutzeroberfläche einzuführen. Die dürfte vielen Nutzern bekannt vorkommen, da sie wie eine Mischung aus der bisherigen Web.de- und der aktuellen GMX-Mail-Oberfläche wirkt. Web.de, das wie GMX zum United-Internet-Konzern gehört, hatte ursprünglich geplant, dessen Benutzeroberfläche, die vor rund einem Jahr überarbeitet wurde, auch für Web.de zu adaptieren. „Wir haben uns aber im Interesse der Nutzer für einen eigenen Weg und eine Neuentwicklung entschieden“, erklärt ein Web.de-Sprecher.

40x mehr Speicher für E-Mails
Die wichtigste Neuerung: Die bisherige Grenze von 12 MB pro Postfach ist Geschichte – sofern der Nutzer sich dafür entscheidet, die Web.de-Toolbar zu installieren. Dann nämlich lässt sich der Speicherplatz auf immerhin 500 MB hochschrauben. Auch die Beschränkung auf insgesamt 500 Mails soll in Zukunft gelockert werden – dann kann der Nutzer immerhin 1500 Mails in seinem Postfach verwalten.

Wer bereits jetzt das neue Layout verwenden und den Speicherplatz erhöhen möchte, kann sein Konto über http://freemail.web.de/neu/ umstellen. Loggen Sie sich hier wie gewohnt ein und wechseln Sie zur neuen Oberfläche.
Installieren Sie nun die Web.de-Toolbar und starten Sie den Internet-Browser neu. Melden Sie sich nun über die Toolbar an und rufen Sie das Mail-Konto auf. Anschließend stehen Ihnen die 500 MB Speicherplatz zur Verfügung.

Die Web.de-Toolbar gibt es für Internet Explorer und Firefox. Über Versionen für weitere Browser, etwa Google-Chrome, wird derzeit innerhalb des Unternehmens diskutiert, so ein Web.de-Sprecher. Die Toolbar muss dabei nicht auf jedem Rechner installiert werden, mit dem man das Web.de-Konto nutzen will. Ausreichend ist die einmalige Installation zur Freischaltung.
Allerdings funktioniert die Freischaltung über die Toolbar jeweils nur für ein Konto. Nutzer müssen aber nicht die Toolbar deinstallieren und neu installieren, sondern können rechts in der Toolbar die neue (freizuschaltende) E-Mail-Adresse eintragen und dann das jeweilige Konto freischalten.

Doch die Toolbar hat auch einige Nebenwirkungen. Sie ersetzt beispielsweise die aktuelle Startseite durch die Web.de-Startseite. Um dies rückgängig zu machen, rufen Sie im Internet-Browser den Punkt „Einstellungen -> Allgemein“ auf. Außerdem wird die standardmäßig verwendete Suchmaschine auf Web.de umgestellt. Diese Einstellung finden Sie, indem Sie „about:config“ in die Adresszeile eintippen, die Warnmeldung wegklicken und dann nach „web.de“ suchen, um die Einstellungen wieder rückgängig zu machen, also Ihre gewohnte Suchmaschine wiederherzustellen.

Schnellere Ladezeiten, aber auch Nachteile


Neu ist auch der (davon unabhängige) Speicherplatz von 1 GB für den Online-Speicher; bislang waren hier für nicht zahlende Nutzer nur 100 MB verfügbar. Außerdem wurden offenbar die Lade- und Reaktionszeiten des Postfachs optimiert, was sich insbesondere bei langsameren Internetverbindungen bemerkbar macht. Überarbeitet wurde in diesem Zusammenhang auch die obere Leiste des Postfachs. Sie erscheint nun weniger bunt und enthalt gerade einmal noch vier Menüpunkte: Start, Posteingang, Adressbuch und Online-Speicher (sowie rechts den gewohnten Logout-Knopf zum Schließen des Postfachs). Einige Punkte, etwa der Web.de-Kiosk, sind jetzt in die linke Seitennavigation gewandert, wo sich – Google Mail stand offenbar Pate – auch ein direkter Link zu häufig genutzten Kontakten findet. Weitere Neuerungen: E-Mails lassen sich nun schneller aus der Übersicht heraus bearbeiten, bislang war hierfür das Aufrufen der Mail nötig. Zudem lassen sich nun gezielt ungelesene Mails anzeigen und Mails als Favorit / Lesezeichen markieren, etwa E-Mails, die Sie als regelmäßige Vorlage benötigen. Einen Überblick über die Neuerungen gibt’s unter https://img.web.de/v/freemail/tutorial/tutorial_neue-funktionen.html.

In einigen anderen Punkten wurde die Web.de-Benutzerführung dagegen beschnitten. So ist derzeit die Unterscheidung zwischen HTML-Mails und reinen Text-Mails in der neuen Benutzeroberfläche nicht möglich. Dafür wurden allerdings einige sinnvolle Einstellungen direkt in die E-Mail-schreiben-Ansicht übernommen, etwa die Verschlüsselungsfunktionen. "Die Entwickler arbeiten noch an einigen Details", so der Web.de-Sprecher, "bis zum offiziellen Start im Dezember werden die Nutzer all das vorfinden, was sie von ihrem Freemail-Konto kennen."

Ab Dezember Pflichtumstellung für alle

So oder so: Das neue Layout, das insgesamt etwas frischer wirkt und den Nutzer zumindest teilweise auch mit weniger Klicks zum Ziel kommen lässt, wird für alle Nutzer kommen. „Voraussichtlich Anfang Dezember werden wir alle Nutzer umstellen“, erklärte ein Web.de-Sprecher. Dies soll übrigens auch für die Nutzer des kostenpflichtigen Club-Accounts gelten.

Für Web.de war dieser Schritt zum größeren Postfach lange überfällig. Offenbar hatte das Unternehmen gehofft, durch das fast unzumutbar kleine Postfach der Kostenlos-Variante viele Nutzer zum kostenpflichtigen Club-Account (5 Euro pro Monat) bringen zu können. Die Anzahl der kostenpflichtigen Konten veröffentlicht das Unternehmen allerdings nicht (mehr). Zu den wichtigsten Vorteilen des kostenpflichtigen Kontos zählen der theoretisch unlimitierte Speicherplatz für E-Mails, der E-Mail-Abruf via IMAP sowie der im Vergleich zur Gratis-Variante verbesserte Premium-Spamschutz. Eine Übersicht über sämtliche Unterschiede finden Sie auf der Web.de-Seite.
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