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Diamanten aus der Mikrowelle schützen sensible Daten

12.05.2005 | 15:51 Uhr |

Australische Forscher haben ein neues Verfahren für die abhörsichere Datenübertragung entwickelt.

Forscher der Universität von Melbourne in Australien haben eine neue Technik entwickelt, die das Mitschneiden einer digitalen Datenübertragung unmöglich machen soll. Die Innovation basiert auf Diamanten, die in der Mikrowelle gezüchtet werden.

Die Diamanten werden in einem modifizierten Mikrowellenofen an der Spitze von Glasfasern gezüchtet. Sie dienen dann als Lichtquelle für den optischen Datentransport. Glasfasern sind heute das meistgenutzte Medium zur breitbandigen Datenübertragung, vor allem im Backbone-Bereich.

Um Daten abhörsicher über Glasfaserleitungen transportieren zu können, müsse man die einzigartigen Eigenschaften des Lichts ausnutzen, meint Dr. James Rabeau, der für seine Entwicklung einen Forschungspreis erhielt. Licht besteht aus vielen Teilchen, die Photonen genannt werden. Es sei heute möglich, aus einem Lichtstrahl einzelne Photonen auszusondern und die in ihnen enthaltenen Informationen zu rekonstruieren, sagt Dr. Rabeau. Transportiere man die Daten jedoch mit einem Strom aus einzelnen Photonen, würde jeder Abhörversuch die Verbindung unterbrechen und dem Spion keine verwertbaren Informationen liefern.

Nach Angaben von Dr. Rabeau lag das Problem bis dahin bei der zuverlässigen, preisgünstigen Erzeugung eines Stroms einzelner Photonen. Die bislang von Herstellern dieser Datenübertragungstechnik eingesetzen Lichtquellen seien dafür wenig geeignet. Dieses Problem haben die australischen Forscher nun gelöst.

Quantenkryptografie verlässt das Labor (PC-WELT Online, 29.04.2005)

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