187075

Dialeranbieter verklagen sich gegenseitig

06.05.2002 | 12:14 Uhr |

Wenn von 0190-Dialern und überhöhten Telefonrechnungen die Rede ist, rufen Internet-Nutzer oft nach gerichtlichen Entscheidungen, um solchen Abzockmethoden das Handwerk zu legen. Jetzt haben zwei Landgerichte in Deutschland tatsächlich einstweilige Verfügungen gegen zwei Betreiber von 0190-Dialern erlassen. Allerdings hatten nicht etwa geprellte Surfer geklagt, sondern ein Anbieter von Dialern ging gerichtlich gegen Konkurrenten vor.

Wenn von 0190-Dialern und überhöhten Telefonrechnungen die Rede ist, rufen Internet-Nutzer oft nach gerichtlichen Entscheidungen, um diesen Abzockmethoden das Handwerk zu legen. Jetzt haben zwei Landgerichte in Deutschland tatsächlich einstweilige Verfügungen gegen zwei Betreiber von 0190-Dialern erlassen. Allerdings hatten nicht etwa geprellte Surfer geklagt, sondern ein Anbieter von Dialern ging gerichtlich gegen Konkurrenten vor, wie Dialerschutz.de mitteilt.

Die Landgerichte Berlin und Nürnberg-Fürth haben die einstweiligen Verfügungen gegen zwei Betreiber von 0190-Dialern erlassen. Den betroffenen Unternehmen wird untersagt, Webdialer einzusetzen, die den Verbraucher nicht genügend über den technischen Ablauf der Dialer-Nutzung und den damit verbundenen Dienstleistungsvertrag informieren. Bei Zuwiderhandlung droht den Unternehmen ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro.

Erwirkt hatte die Verfügungen eine Firma, die selbst Webdialer vertreibt. Der Rechtsanwalt des klagenden Dialeranbieters erläutert das zunächst paradox anmutendes Vorgehen: "Mein Mandant hält bei seinen 0190-Dialern die Informationsvorschriften ein und will, dass es andere genau so machen". Mangelnde Transparenz und unsauber arbeitende Anbieter seien demnach der Hauptgrund dafür, dass Webdialer in den vergangenen Monaten als Abrechnungssystem in Verruf gekommen seien.

Der Kläger wolle einen "sauberen Wettbewerb" erreichen, der nicht möglich sei, wenn einzelne Dialerbetreiber den Kunden über seine Rechte im Unklaren lassen. Der Anwalt des klagenden Unternehmens fährt fort: "Wir haben bewusst darauf verzichtet, die einzelnen Abnehmer der Dialer abzumahnen, und sind an die tatsächlichen Verursacher herangetreten, nämlich an die Hersteller der Programme."

0 Kommentare zu diesem Artikel
187075