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Deutschlands schnellster Supercomputer steht in Stuttgart

Deutschlands schnellster Supercomputer ist am Donnerstag in Stuttgart in Betrieb gegangen.

Der schnellste Supercomputer Deutschlands steht in Stuttgart. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) und Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) haben am Donnerstag den 57 Millionen Euro teuren Rechner NEC SX-8 seiner Bestimmung übergeben. Der Computer ist 5000 Mal schneller als ein normaler PC und 100 Mal schneller als sein Vorgänger im Rechenzentrum der Universität Stuttgart. Der Bund beteiligte sich mit 23,5 Millionen und das Land 17,5 Millionen Euro an den Kosten. 10 Millionen Euro brachte die Industrie auf, den Rest die Hochschule. Das "Superhirn" bringt es auf eine Rechenleistung von 8,923 Teraflops (Billionen Rechenoperationen pro Sekunde) und liegt damit auf Platz 27 der Weltrangliste der leistungsstärksten Computer.

In seiner Eigenschaft als Vektorrechner ist das Gerät nach Angaben der Universität Stuttgart sogar der schnellste Supercomputer Europas. Deutschland steht laut Bulmahn nun in der aktuellen TOP-500-Liste der leistungsfähigsten Rechner der Welt mit 8 Prozent der weltweiten Installationen in Europa an der Spitze.

Bulmahn sagte, kein anderes europäisches Land verfüge über solch ein Rechnerpotenzial wie Deutschland. Sie verwies darauf, dass die Computersimulation in vielen Zweigen der Wissenschaft neben Theorie und Experiment die dritte Säule der Methodik darstelle. Vor allem in den Bereichen Astrophysik, in der theoretischen Chemie, in der Materialforschung, in den Lebenswissenschaften sowie in der Klima- und Erdsystemforschung bestehe enormer Bedarf an solchen Hochleistungsrechnern. "Der Forschungsstandort Deutschland muss ein gemeinsames Anliegen sein", sagte Bulmahn. Die Länder und der Bund allein könnten solche Initiativen nicht schaffen.

Nach Angaben von Prof. Michael Resch, dem Direktor des Zentrums, arbeiten in Deutschland 500 Menschen mit dem Stuttgarter Rechner. Er biete den Wissenschaftlern bei ihren Berechnungen "sehr viel mehr Sicherheit" als bisher und könne auch neu von Biowissenschaftlern eingesetzt werden. Die Rechnerkosten belaufen sich nach Reschs Aussage auf 5 bis 6 Euro pro Stunde, bei einem PC wären es 30 bis 40 Cent. Die Betriebskosten bezifferte er auf 1,3 Millionen Euro im Jahr. An Personalkosten fallen 1,5 Millionen Euro an.

Wie der Autohersteller Porsche mitteilte, werde er den Rechner dazu nutzen, um die bei der Fahrzeugentwicklung notwendigen komplexen Computersimulationen noch effizienter vorzunehmen. Porsche ist an der 1995 gegründete Betriebsgesellschaft für Höchstleistungsrechner (hww) mit zehn Prozent beteiligt. "Wirtschaft und Wissenschaft in Deutschland haben ein gemeinsames Interesse an Supercomputern, die für Forschung und Entwicklung im internationalen Wettbewerb zunehmend an Bedeutung gewinnen", sagte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking.

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