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Deutscher Bundestag erhält Internet von US-Provider

25.06.2014 | 13:01 Uhr |

Brisante Enthüllung aus dem Deutschen Bundestag. Offenbar werden die Abgeordneten und Mitarbeiter über einen US-Provider mit einem Anschluss an das Internet versorgt. NSA und Co. könnten davon profitiert haben.

Tests von Netzpolitik.org innerhalb des Deutschen Bundestags haben ergeben , dass viele Abgeordnete und Mitarbeiter des Parlaments über einen US-Provider das Internet nutzen. Damit gehen alle anfallenden Daten durch das Netz des US-Providers Verizon und sind damit nicht vor einem direkten Abhören durch den US-Geheimdienst Verizon sicher.

Alexander Morlang, Abgeordneter der Piratenpartei, teilte Netzpolitik.org außerdem mit, dass das Abgeordnetenhaus sein Internet über den Anbieter Colt beziehe. Dadurch könnte sich der britische Geheimdienst GCHQ einen direkten Zugriff auf die Daten verschaffen, weil es sich bei Colt ("City of London Telecommunications") um ein britisches Unternehmen handle.

Konstantin von Notz, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen und Obmann im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Überwachungs- und Geheimdienstaffäre, hat bereits gegenüber Netzpolitik.org eine Untersuchung des Falls und eine Erklärung durch den Präsidenten des Deutschen Bundestages gefordert. "Sollte zutreffen, dass die Kommunikation von Abgeordneten und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie zumindest Teilen der Verwaltung des Deutschen Bundestages tatsächlich über Infrastrukturen des US-Anbieters Verizon läuft, wäre es in höchstem Maße fahrlässig, nicht unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, die effektiv verhindern, dass es zu einem systematischen Informationsabfluss aus dem Parlament an Dritte kommen kann", fordert von Notz.

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