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Deutscher Youtuber Juliensblog wegen Volksverhetzung verurteilt

12.02.2016 | 13:53 Uhr |

Er wollte die streikenden Zugführer in Auschwitz vergasen lassen. Nun musste der 27 Jahre alte Youtuber vor Gericht.

Der Youtuber Juliensblog hat beim letzten großen Bahn-Streik der GDL seinem Ärger in einem Youtube-Video Luft gemacht . Dabei ist er sich in etlichen Beleidigungen gegenüber den Bahn-Angestellten ergangen. Es fielen, neben einigen anderen verbalen Entgleisungen, die Worte "Hurensohn-Armee" und "Drecksbastarde". Aber richtig Ärger hat ihm ein Vergleich mit dem KZ Auschwitz eingebracht. Das Amtsgericht Tecklenburg stufte, berichten die Westfälischen Nachrichten , seine Worte "Vergasen sollte man die Mistviecher" und "Wisst ihr noch, wie die Juden mit Zügen nach Auschwitz transportiert wurden? Man sollte die Zugführer da hinbringen. Ich fahr den Zug und zwar umsonst. Und ohne zu streiken” als Volksverhetzung ein. Wenig zimperlich hatte Julien seine Worte noch mit Bildern von Menschen in Gaskammern unterlegt.

Der Clip habe ihm rund 800.000 Klicks auf Youtube gebracht. Der Staatsanwalt rechnete vor, dass Julien damit bei ein bis zwei Euro pro tausend Klicks rund 800 bis 1.600 Euro insgesamt verdient habe. Julien gab an, etwa drei bis vier Stunden Arbeit in den Clip gesteckt zu haben. Der Anwalt beendete sein Plädoyer mit den Worten: So viel hätte ich auch gern.

Und wie äußert sich der 27 Jahre alte Angeklagte zu den Vorwürfen. Es sei witzig gemeint gewesen, lässt Julien verlauten. Und er habe das nicht gewusst, dass man das in Deutschland nicht darf. Staatsanwalt und Richter sollen diese Äußerung mit einem Kopfschütteln quittiert haben.

Schließlich bekam Julien acht Monate Haft, ein Jahr Bewährung und muss eine Strafe von 15.000 Euro zahlen. Die Kosten des Verfahrens muss er auch tragen.

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