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Deutscher Geheimdienst-Chef: Snowden ist wohl ein russischer Spion

10.06.2016 | 13:44 Uhr |

Der Chef des Bundesverfassungsschutzes hält es für möglich, dass Edward Snowden ein russischer Spion sein könnte. Snowden twittert spöttisch auf Deutsch zurück.

Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV), hat es geschafft. Unter dem Hashtag #maaßen findet man seit seinem gestrigen Auftritt vor dem NSA-Untersuchungsausschuss ziemlich viele Twitter-Einträge. Weil Maaßen sagte, dass er es für möglich halte, dass der Whistleblower Edward Snowden ein russischer Spion sein könnte.

Edward Snowden hatte die umfassende Überwachungspraxis der NSA und deren verbündeter Geheimdienste wie des britischen GCHQ und auch die weitgehende und teilweise gegen geltendes Recht verstoßende Kooperation des BND mit der NSA ans Tageslicht brachte,

BND-NSA-Spionage-Affäre: Der Stand der Dinge

Der SWR ist der russische Auslandsgeheimdienst (also das, was in Deutschland der BND ist) und der FSB ist der russische Inlandsgeheimdienst. Er entspricht von der Funktion her grundsätzlich dem Bundesverfassungsschutz, den Maaßen leitet.

Wie die Tagesschau berichtet, sagte Maaßen vor den Parlamentariern: „Es sei plausibel, dass Edward Snowden Agent eines russischen Nachrichtendienstes sei.“ Auf Nachfrage verneinte er aber, dass er für seine Vermutung Beweise habe.

Außerdem kritisierte der angriffslustig auftretende Maaßen, dass der Untersuchungsausschuss die Arbeit des Verfassungsschutzes behindern würde. Der Untersuchungsausschuss würde zu viele Ressourcen bei den deutschen Schlapphüten binden, die besser für die Terrorabwehr eingesetzt würden.

Maaßens Aussage vor dem Untersuchungsausschuss veranlassten Edward Snowden zu einem ironischen Tweet (den Snowden auf Deutsch verfasste).

Der Tweet und die Aussage vor dem Untersuchungsausschuss haben erwartungsgemäß viele Kommentare in den sozialen Netzwerken ausgelöst. Sowohl unter dem oben genannten Tweet des BfV als auch unter dem Hashtag #maaßen und auf Facebook.

Heinz Fromm, Maaßens Vorgänger als Verfassungsschutz-Präsident, räumte zudem ein, „dass seine Behörde durch Weitergabe von Daten unwissentlich an tödlichen Drohneneinsätzen der USA mitgewirkt haben könnte. ‚Es ist natürlich denkbar, dass Informationen, die von uns geliefert wurden, Teil einer Gesamtinformation werden, die dann geeignet ist, solch einen gezielten Angriff durchzuführen‘, sagte Fromm am Donnerstag, 9. Juni 2016, vor dem 1. Untersuchungsausschuss (NSA)“


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