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Bestechungsverdacht und geheime Listen

14.09.2010 | 08:35 Uhr |

Die Deutsche Telekom kämpft gleich an mehreren Fronten gegen Vorwürfe von Medien und Ermittlungsbehörden. Der Konzern steht unter Verdacht, Bestechungsgelder bezahlt oder Beihilfe zur Bestechung geleistet zu haben.

Im Zuge der Ermittlungen wurde Ende August nach Informationen der Wirtschaftswoche auch die Wohnung von Telekom-Chef René Obermann durchsucht. Dabei geht es um eine Schmiergeld-Affaire bei der ungarischen Tochtergesellschaft Magyar Telekom vor etwa fünf Jahren. Damals war Obermann Chef von T-Mobile International und deshalb auch für die osteuropäischen Mobilfunk-Töchter zuständig.

"Es wurden mehrere Firmen, aber auch Privatwohnungen von Beschuldigten und Zeugen durchsucht", bestätigte der Bonner Oberstaatsanwalt Fred Apostel auf Anfrage von Spiegel Online . Die Namen einzelner Personen wollte er nicht nennen, er gab aber zu, dass gegen eine ausländische Tochtergesellschaft ermittelt wird. Anlass sei ein Rechtshilfeersuchen aus den USA.

Außerdem wurden jetzt neue Informationen zur Spitzelaffaire veröffentlicht. Sie stammen wieder von der Wirtschaftswoche , die schon 2006 den Skandal aufdeckte. Der Bonner Konzern soll eine geheime Top 10 der gefährlichsten Journalisten geführt haben, die besonders häufig interne Informationen des Unternehmens veröffentlichten. Die Rangliste wurde von der Detektei Network Deutschland anhand von Medienberichten zusammengestellt, so die Wirtschaftszeitung.

Die ersten fünf Journalisten auf der Liste wurden monatelang von der Telekom bespitzelt. Hauptsächlich hörte das Unternehmen Telefongespräche ab. So wollte der Konzern herausfinden, wie die internen Informationen an die Öffentlichkeit gelangten. Neben den Journalisten waren auch Aufsichtsräte und Gewerkschafter der Telekom von der Spitzelaffaire betroffen.

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