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Fujitsu Siemens auch ohne Siemens zuversichtlich

14.11.2008 | 11:31 Uhr |

Mit 1. April 2009 übernimmt Fujitsu die Siemens-Anteile des bislang gemeinsam geführten Unternehmens Fujitsu Siemens Computers (FSC).

Bereits Anfang Oktober nahmen die bislang vagen Spekulationen Kontur an, seit etwa einer Woche ist der Deal fix. Bei FSC gab man sich gegenüber Journalisten auf der Hausmesse VISIT in Augsburg betont vorsichtig, versuchte jedoch sowohl Kunden als auch Mitarbeiter zu beruhigen. "Die Akquisition der Siemens-Anteile durch Fujitsu löst einige Probleme. Die Entscheidung ist gut und die Zukunft unseres Unternehmen stellt sich nun klarer dar", sagt Joseph Reger, CTO von FSC, im Rahmen der Veranstaltung. Nicht zu Gesicht bekamen die aus ganz Europa angereisten Journalisten jedoch Kai Flore, den neuen CEO des Unternehmens.

Beruhigende Signale wurden in Richtung der Mitarbeiter des Unternehmens gesendet. Beide deutschen Produktionsstandorte sollen demnach erhalten werden. Als gesichert gelten die Werke in Augsburg und Sömmerda. "Fujitsu wird den Deutschland-Standort erhalten, weil dort eine sehr gute Arbeit gemacht wird", sagt Stefan Kero, Sprecher von FSC Österreich. Die Produktion soll darüber hinaus als Entwicklungsstandort weiter gestärkt werden, so Kero. Einen Einschnitt bedeutet die Übernahme allein für Deutschland, denn mit dem Siemens-Ausstieg verschwindet der letzte deutsche Computerhersteller. Kolportierte Sparmaßnahmen werden nur äußerst vorsichtig kommentiert. Reger macht klar, dass man das gesamte Unternehmen durchleuchten und dadurch einige Bereiche verbessern wolle. Wo und in welcher Art diese Optimierungen stattfinden werden, blieb allerdings offen.

FSC ist abseits von Notebooks und Desktops auch in der Serversparte tätig und dort durchaus erfolgreich. Spekulationen, wonach man nach IBM-Vorbild die Computersparte an den chinesischen Hersteller Lenovo abstoßen könnte, erteilte Wolfgang Horak, Geschäftsführer von FSC Österreich und der Schweiz, eine Absage: "Wir führen keine Gespräche mit Lenovo und werden auch nach dem 1. April noch im Consumerbereich tätig sein." FSC stehe für qualitativ hochwertige Produkte. Diese würden in Deutschland entwickelt und gefertigt. Im FSC-Management sieht man in der Komplettübernahme durch Fujitsu vor allem Chancen auf dem globalisierten Markt. FSC war mit seinen Produkten bislang auf den europäischen Markt konzentriert. "Nun sind wir über Nacht von der Nummer eins in Europa zur Nummer drei der Welt aufgestiegen", sagt Horak. Die FSC-Produkte werden künftig weltweit auf dem Markt zu finden sein. Dass man nun zu 100 Prozent ein japanisches Unternehmen sein wird, kommentieren FSC-Mitarbeiter mit Humor. "Zu Weihnachten bekommen wir alle Stäbchen geschenkt", war während des Mittagessens auf der VISIT zu hören. (pte/jp)

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