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Deutliche Zunahme von Kinderpornografie-Spam

30.03.2006 | 14:37 Uhr |

Spam-Mails, die auf Web-Seiten mit Kinderpornografie verweisen, haben sich verdreifacht.

Während die üblichen Spam-Mails mit Werbung für Potenzmittel, gefälschte Uhren, unseriöse Kreditangebote oder Medikamente wegen ihrer schieren Zahl schlicht lästig sind, erzeugen Mails mit Kinderpornografie bei den meisten Abscheu und Irritationen. Das Sicherheitsunternehmen Sophos berichtet über eine starke Zunahme derartiger Spam-Mails.

Sophos hat in diesem Monat eine Verdreifachung des Spam-Aufkommens mit Links zu kinderpornografischen Web-Seiten festgestellt. Bereits der Betreff dieser meist englischsprachigen Mails weist mehr oder weniger offen auf den Inhalt hin. Dabei versuchen die Mail-Versender Spam-Filter auszutricksen, indem sie zwischen den Buchstaben anderen Zeichen einstreuen, Buchstaben durch ähnliche Zeichen ersetzen (etwa "\" + "/" statt "V") oder zufällig ausgewählte oder sinnlose Textfragmente an den Anfang der Mails stellen.

Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie ist in beinahe allen Ländern der Welt verboten und strafbar, in Deutschland gemäß § 184 b des Strafgesetzbuchs. Wer solche Mails erhält, kann sie bei der Polizei melden und sollte sie dann löschen. Leeren Sie auch den Browser-Cache, falls Sie einen Link in einer derartigen Mail angeklickt haben.

Das Bundeskriminalamt ( BKA ) warnt davor auf solche Seiten zu gehen, selbst wenn dies nur erfolgt, um die Websites und deren Betreiber zur Anzeige zu bringen. Für Hinweise auf Kinderpornografie sind in Deutschland die Landeskriminalämter zuständig, auch die nächstgelegene Polizeidienststelle oder Staatsanwaltschaft nimmt solche Hinweise entgegen.

Meldestellen für Kinderpornografie
Deutschland: Landeskriminalämter
Österreich: Meldestelle Kinderpornografie
Schweiz: KOBIK

Auch auf der Website von jugendschutz.net können jugendgefährdende Internet-Inhalte gemeldet werden. Diese Einrichtung wurde 1997 von den Jugendministerien aller deutschen Bundesländer ins Leben gerufen und hat das Ziel, den Jugendschutz im Internet auf einen mit den Printmedien vergleichbaren Stand zu bringen.

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