05.08.2004, 13:19

Panagiotis Kolokythas

Desktop-Suche: Yahoo will Microsoft Konkurrenz machen

Yahoo arbeitet laut eigenen Angaben derzeit an einem Tool, das den Anwendern bei der Suche nach Dateien helfen soll. Nicht nur die Festplatte wird dabei durchsucht, sondern auch die persönlichen Daten des Anwenders bei einem der Yahoo-Dienste. Microsoft hatte erst in der vergangenen Woche ein ähnliches Tool angekündigt.
Microsoft hatte in der vergangenen Woche ein "Desktop Search Tool" angekündigt, das den Anwendern beim Suchen und Finden von Dateien auf den PC helfen soll (wir berichteten). Yahoo reagiert nun auf diese Ankündigung und kündigt selbst ein solches Tool an.
Yahoos Desktop-Suche soll laut unserem Nachrichtendienst IDGNews den Anwendern nicht nur beim Durchsuchen des lokalen PCs behilflich sein, sondern auch alle persönlichen Dateien des Anwenders berücksichtigen, die bei einem der Yahoo-Dienste abgelegt sind.
Damit würde Yahoos Tool einen Schritt weiter gehen, als das von Microsoft geplante Produkt. Microsofts "Desktop Search Tool" soll alle Inhalte eines PCs, inklusive Mails, indexieren können. Yahoo will dagegen seinem Tool auch den Zugriff auf die Online-Inhalte der Anwender, wie dessen Mails, seinem Online-Kalender oder auch Online-Fotoalbum ermöglichen. Insgesamt soll die Suche schneller sein, als die derzeitige Windows-Suche. Das verspricht Microsoft bei seinem Tool allerdings auch.
Microsoft will das "Desktop Search Tool" in der ersten Jahreshälfte 2005 veröffentlichen. Yahoo will noch keinen Termin für sein Tool nennen. Von Jeff Weiner, Yahoo senior vice president for search and marketplace, kam als Termin lediglich ein "stay tuned".
Desktop-Suchtools liegen derzeit vor allem bei Betreibern von Suchmaschinen voll im Trend. Schon vor Yahoo und Microsoft war bereits Lycos mit dem HotBot Desktop Tool vorgeprescht. Ask Jeeves hatte erst vor kurzem eine Desktop-Suchtechnologie eingekauft und Google soll ebenfalls bereits an einem solchen Projekt arbeiten.
Warum sich Suchmaschinen-Betreiber an solchen Programmen versuchen ist einfach zu erklären. "Sie wollen auf den Desktop gelangen, weil es ihnen mehr Möglichkeiten bietet, Werbung anzuzeigen", bringt es der Analyst Matthew Berk auf den Punkt.
Während Microsoft & Co. noch planen, ist der deutsche Hersteller X-Dot mit seiner Desktop-Suchmaschine "X-friend" schon einen Schritt weiter. Das Java-Programm liegt seit Anfang der Woche in einer Beta-Version vor und kann bequem über einen Internet-Browser bedient werden. Bereits nach wenigen Tagen verzeichnet der Hersteller ein reges Interesse an seiner Software. Weit über 10.000 Download erfolgten bereits. In den kommenden Versionen soll die Desktop-Suche um weitere Funktionen ergänzt werden. Unsere ausführliche Vorstellung von "X-friend" finden Sie in dieser PC-WELT Nachricht.
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