Auto & Technik auf PC-WELT

Audio- oder Multimedia-Systeme, Navis, eCall und mehr: Die Elektronik in modernen Autos wird immer ausgefeilter. Wir testen die Multimedia- und Multifunktionssysteme von Audi, BMW, Mercedes, Toyota und vielen Herstellern mehr.

1700625

Designschutz treibt Reparaturkosten bei Autos in die Höhe

25.02.2013 | 14:13 Uhr |

Der ADAC hat an einigen ausgewählten Fahrzeugen untersucht, wie viel Geld Autofahrer sparen könnten, wenn sie Ersatzteile wie Kotflügel oder Motorhauben nicht beim Fahrzeughersteller, sondern bei einem freien Anbieter kaufen könnten. Das Ergebnis dürfte kostenbewusste Auto-Besitzer alarmieren.

Für „sichtbare Autoersatzteile“ gilt in Deutschland der so genannte Designschutz. Im Unterschied zu technischen Ersatzteilen wie Bremsen, Kupplungen oder Fahrwerksteilen dürfen freie Anbieter keine sichtbaren Autoersatzteile als preiswerte Alternative zu den Originalersatzteilen des Fahrzeugherstellers anbieten. Der Gesetzgeber will mit dem Designschutz den schöpferischen Wert einer Karosserie schützen.
 
Im Ausland ist das meist anders, dort muss man nach einem Unfall einen neuen Kotflügel nicht unbedingt beim Hersteller kaufen. Der ADAC hat an drei Fahrzeugen – Golf VI, Ford Focus, Madza 6 – exemplarisch untersucht, wie viel Geld Autobesitzer sparen könnten, wenn sie sichtbare Autoersatzteile nicht beim Hersteller kaufen müssten.
 
Ergebnis : Bis zu 70 Prozent können Autofahrer bei sichtbaren Ersatzteilen für ihre Fahrzeuge sparen, wenn diese tatsächlich im freien Handel und nicht ausschließlich über den Hersteller erhältlich sind. Ein Frontstoßfänger beim Ford Focus kostet beispielsweise nur 88 Euro statt 302 Euro, eine Motorhaube beim Golf VI ist für 157 Euro statt für 312 Euro zu haben.

Ausgewählte Beispiele für den Preisunterschied zwischen Ersatzteilen vom Auto.-Hersteller und vom freien Markt.
Vergrößern Ausgewählte Beispiele für den Preisunterschied zwischen Ersatzteilen vom Auto.-Hersteller und vom freien Markt.
© ADAC

Die Auto-Hersteller haben natürlich kein Interesse daran, dass Kunden Wahlfreiheit bei der Reparatur haben. Der ADAC fordert deshalb, dass der Designschutz fällt, Dritten der Nachbau und Verkauf sichtbarer Originalteile auch in Deutschland erlaubt wird und es somit zu einer vollständigen Öffnung des Ersatzteilmarkts kommt. Wie es dem ADAC zufolge in den meisten Ländern der EU bereits der Fall ist.

Technische Ersatzteile dürfen alternativ angeboten werden

Für technische Ersatzteile gilt der Designschutz wie oben erwähnt nicht. Das hat nicht nur zu Folge, dass es preiswerte Alternativen (allerdings auch mit Qualitätsschwankungen) beispielsweise zu Originalbremsbelägen oder originalen Kupplungsscheiben vom Fahrzeugproduzenten gibt. Sondern oftmals stammen die „frei“ verkauften günstigeren Ersatzteile sogar vom gleichen Hersteller, der die Ersatzteile auch für den Fahrzeughersteller in dessen Namen fertigt. Sie sind also technisch vollkommen identisch, kosten jedoch unterschiedlich viel, je nachdem, ob man das Ersatzteil in einer Vertragswerkstatt des Auto-Herstellers oder im Internet beziehungsweise bei einem Auto-Zubehörlieferanten oder in einer freien Werkstatt kauft. Der einzige Unterschied bei solchen Bremsbelägen oder Kupplungsscheiben ist dann oft nur das Logo: Auf dem Ersatz vom Auto-Hersteller prangt dessen Logo und Schriftzug (beispielsweise VW/Audi) sowie die Unternehmens-interne Ersatzteilnummer, auf dem Ersatzteil vom eigentlichen Hersteller kann man dessen Logo lesen (zum Beispiel ZF Sachs (ehemals Fichtel & Sachs) auf einer Kupplungsscheibe).

0 Kommentare zu diesem Artikel
1700625