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Desaster bei Bild.de

06.11.2001 | 09:13 Uhr |

Mit Hilfe des Content-Management-Systems vom US-Hersteller Vignette wollte "Bild.de" ein Redaktionssystem aufbauen. Doch das Projekt geriet für den Axel Springer Verlag zur Millionenfalle. Ein Abbruch ist wahrscheinlich. Die ersten Köpfe rollen bereits.

Mit Hilfe des Content-Management-Systems vom US-Hersteller Vignette wollte "Bild.de" ein Redaktionssystem aufbauen. Doch das Projekt geriet für den Axel Springer Verlag zur Millionenfalle. Ein Abbruch ist wahrscheinlich. Die ersten Köpfe rollen bereits, wie unser Schwestermagazin Computerwoche berichtet .

Offiziell will man in der Zentrale des Axel Springer Verlags am liebsten gar nichts zu dem Thema sagen. "Es ist richtig, dass es Probleme gibt", räumte CIO Thomas Tribius ein. Ein in der Branche kolportierter Bruch mit Vignette habe aber nicht stattgefunden. Entgegen anders lautenden Berichten entwickle der Verlag auch kein eigenes Alternativsystem.

Trotz intensiver Bemühungen erwies sich die Plattform des texanischen Softwarehauses offenbar als ungeeignet für die Anforderungen der Berliner "Bild.de"-Redaktion. Schwierigkeiten bereitete es schon, die Nachrichten auf der Website mehr als einmal pro Tag zu aktualisieren. Das Einstellen von Bildern oder gar Filmsequenzen, wie ursprünglich geplant, sei mit einem aberwitzigen Aufwand verbunden, heißt es aus unternehmensnahen Quellen. Immer wieder bastelte die Projektmannschaft an Verbesserungen, doch es traten stets neue Fehler auf. Schließlich riss "Bild.de"-Geschäftsführer Peter Würtenberger der Geduldsfaden. "Leider hat das Unternehmen Vignette das Produkt bisher noch nicht in einer für uns befriedigenden Weise fertig stellen können", zitiert ihn das Springer-Blatt "Die Welt" .

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