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Der neue Browser-Krieg: Interview mit Bart Decrem - Sprecher der Mozilla-Foundation

09.11.2004 | 14:54 Uhr |

Die Mozilla-Foundation will mit Firefox 1.0 die Vormachtstellung Microsofts im Browser-Markt brechen. Sie scheinen mit ihrer Strategie Erfolg zu haben: Technik-orientierte Websites - wie etwa pcwelt.de - werden schon zu etwa 20 Prozent mit Browsern der Mozilla-Foundation besucht. Wir sprachen mit Bart Decrem - Spokesman der Mozilla-Foundation - über Firefox und die Zukunftspläne.

Die Mozilla-Foundation will mit Firefox 1.0 die Vormachtstellung Microsofts im Browser-Markt brechen. Sie scheinen mit ihrer Strategie Erfolg zu haben: Technik-orientierte Websites - wie etwa pcwelt.de - werden schon zu etwa 20 Prozent mit Browsern der Mozilla-Foundation besucht. Wir sprachen mit Bart Decrem - Spokesman der Mozilla-Foundation - über Firefox und die Zukunftspläne.

Was passiert heute am Release-Tag von Firefox 1.0?

Bart Decrem: Der Release-Tag ist für uns sehr kompliziert. Dank der vielen Sprachen sind es ja etwa 30 Pakete, die wir gleichzeitig ausliefern. Es dauert etwa 3 Stunden, bis sie auf allen Mirrors vorhanden sind. Wenn dann alle Anwender mit dem Herunterladen anfangen, kann es anfangs Links geben, die nicht funktionieren. Deshalb stellen wir die Dateien meist spät in der Nacht hoch. Dann haben es die Leute, wenn sie aufstehen. Der Mozilla-FTP-Server ftp.mozilla.org ist übrigens nur virtuell. Dahinter stehen 10 echte Server. Wenn einer überlastet ist, schalten wir ihn ab. Ich denke, das wird heute ein neuer Download-Rekord.

Geht mit Firefox 1.0 ein neuer Browser-Krieg los, wie wir ihn zwischen Netscape und Internet Explorer erlebt haben?

Bart Decrem : Eine Monopol-Stellung ist schlecht für den Anwender. Ich denke, wir bringen den Wettbewerb im Browser-Markt zurück - und ohne Wettbewerb gibt es keinen Fortschritt. Der Internet Explorer hat sich in den letzten Jahren nicht weiterentwickelt. So unterstützt er etwa die neuesten CSS-Features nicht. Außerdem ist das Internet zugekleistert mit Spyware, Pop-ups etc., die bevorzugt Lücken im Internet Explorer ausnutzen. Die Anwender sollen wieder eine Wahl haben. Ich denke, dass Firefox 1.0 eine gute, kostenlose Alternative ist. Seit es Firefox gibt, entwickelt Microsoft übrigens den Internet Explorer wieder weiter. Er hat jetzt sogar einen Pop-up-Blocker in Windows XP SP2. Das ist gut.

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