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Der Weg nach oben führt nicht über die Personalabteilung

17.09.2007 | 13:51 Uhr |

Führungskräfte erfahren zu wenig gezielte Unterstützung, wie eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung DDI ergab.

Jede Management-Ebene stellt andere Anforderungen und erfordert neue Verhaltens- und Denkweisen. Gerade hier fühlen sich Führungskräfte jedoch allein gelassen. Mehr als die Hälfte der Befragten äußerte den Wunsch nach einer eindeutigen Definition und besseren Kommunikation der von ihnen erwarteten Leistungen. Gut ein Drittel der Führungskräfte auf dem ersten Level sagten, dass sie den Positionswechsel erfolgreicher abgeschlossen hätten, wären sie besser auf die mentale Umstellung vorbereitet gewesen. Auf der mittleren Ebene waren bereits 42 Prozent dieser Meinung und auf der Executive-Ebene sogar 61 Prozent.

Laut der DDI-Studie ist der Positionswechsel von einer niedrigen zu einer höheren Karrierestufe für Führungskräfte eine schwer zu bewältigende Aufgabe: 59 Prozent der Befragten stufen dieses Erlebnis als sehr oder extrem herausfordernd ein. Somit steht der Wechsel der Führungsposition nach Scheidung oder privater Trennung auf Platz zwei der schwierigsten Lebenssituationen. Die Unterstützung, die Führungskräfte dabei von ihrem Unternehmen erhalten, bewertete über die Hälfte als mangelhaft. Die Untersuchung macht deutlich, dass ein erfolgreicher Positionswechsel Unterstützung erfordert – etwa durch Training oder Coaching.

Der Großteil der befragten Führungskräfte setzt auf Unterstützung aus dem privaten Umfeld, durch Kollegen und Vorgesetzte. 41 Prozent der unteren Management-Ebene und knapp ein Drittel der Führungskräfte der mittleren und oberen Ebene ziehen Familie und Freunde zu Rate. Knapp ein Viertel der Manager sucht für die Bewältigung eines Karriereschritts Hilfe bei Kollegen. Ihren Chef konsultieren rund 22 Prozent der Aufsteiger. Entgegen der Erwartung spielt die Personalabteilung in dieser schwierigen Lebensphase kaum eine Rolle – lediglich rund zwei Prozent der Befragten bezeichneten die Unterstützung der HR Abteilung als hilfreich. Und das obwohl sich 69 Prozent der Teamleiter und sogar 79 Prozent der Führungskräfte entsprechend Unterstützung und Entwicklung durch das Unternehmen wünschen. (hk)

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