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Der Markt für IT-Dienstleistungen: Ernüchterung im Servicegeschäft

27.09.2006 | 19:57 Uhr |

Die großen deutschen IT-Dienstleister wachsen nicht so schnell, wie sie gehofft hatten. Der Grund: Die Anwender sind gut informiert und kaufen gezielt ein.

Die Entwicklung des IT-Servicemarkts im vergangenen Jahr lässt sich einfach beschreiben: Business Process Outsourcing: enttäuschend; IT-Outsourcing: mau; Wartungsgeschäft: hart umkämpft; IT-Beratung und Projektgeschäft: gut. Die Anbieter müssen sich auf diese Situation einstellen, denn sie spiegelt nicht ihre Erwartungen wider, und ihre derzeitigen Geschäftsmodelle sind auch nicht darauf eingestellt. Die Service-Provider haben das Einkaufsverhalten ihrer Kunden falsch eingeschätzt.

Im Markt für externe Betriebsdienste von Geschäftsprozessen (Business Process Outsourcing = BPO) sind viele Anbieter hoffnungsfroh gestartet, nun ziehen sich die ersten zurück. Die hiesigen IT-Dienstleister haben auf die Erfolge der BPO-Provider in Großbritannien und den USA geschielt und versucht, deren Geschäftsmodelle zu kopieren. Die von Marktforschern mehrfach bestätigte Zurückhaltung deutscher Anwender diesen Auslagerungsdiensten gegenüber haben die Betreiber eher als Herausforderung denn als Problem eingestuft. "Es gab falsche Vorstellungen vom Potenzial. Eine detaillierte Analyse des BPO-Geschäfts zeigt, dass große Teile des Marktes von Payroll-Services, also Personalabrechnungsdiensten, beherrscht werden", schildert Peter Dück, Vice President bei Gartner Consulting. Große Teile der BPO-Einnahmen entstammen zudem Kundenprojekten, in denen IT-Dienstleister die Prozesse der Anwender überarbeiten, sind also keine reinen Betriebsservices. Gerade in Deutschland ist der Markt für Personalabrechnungen jedoch nahezu gesättigt und von Spezialisten wie Datev und ADP sowie konzernnahen Dienstleistern wie etwa Bayer Business Services und BASF IT Services besetzt. "Die Auslagerung von Geschäftsprozessen stößt in Deutschland auch deshalb auf geringe Akzeptanz, weil hiesige Anwender schon sehr früh in ERP-Systeme investiert und damit auch ihre Prozesse neu geordnet haben", fügt Dück hinzu.

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