1245395

Der Körper als Netzwerk

22.09.2005 | 16:57 Uhr |

Künftig werden Geräte ihre Signale über unseren Körper austauschen, wenn wir sie anfassen oder in ihre Nähe kommen.

Zehn Jahre sind vergangen, seit Thomas G. Zimmerman am Media Laboratory des MIT (Massachusetts Institute of Technology) das Interesse am Körper als Netzwerk für elektronische Geräte weckte. Die Idee in seiner Dissertation war visionär: Signale könnten statt in Kabeln zwischen MP3-Player und Kopfhörer oder zwischen Handy und Headset genauso gut über die Hautoberfläche laufen. Die inzwischen etablierte Funkübertragung via Bluetooth, die erheblich größere Entfernungen überbrücken kann, dient bereits als kabelloser Ersatz beispielsweise für die Kommunikation zwischen Mobiltelefon und Ohr. Sie verbraucht jedoch eigentlich zu viel Energie und erreicht auch mehrere Meter entfernte Empfänger, was oftmals ein Sicherheitsproblem darstellt. Die ersten Geräte, die das diskrete Körpernetzwerk nutzen, scheinen inzwischen kurz vor der Marktreife zu stehen.

Innovativer Pionier

Einen Anfang macht Matsushita Electric Works in Japan mit einer Technik, die bereits in Lebensmittelwaagen integriert wird: Statt beim Wiegen im Supermarkt mühsam und fehleranfällig die richtige Fleisch- oder Wurstsorte zu identifizieren, muss ein Verkäufer nur noch die Waage antippen, wenn er zuvor das zugehörige Etikett berührt hat. Die Information, um welches Lebensmittel es sich handelt, wandert vom elektronischen Etikett über seinen Finger in einen kleinen Speicher am Handgelenk und von dort direkt in die Waage. Zu spüren ist der Datenaustausch kaum, da nur wenige Mikroampere fließen – etwa so viel wie bei einer modernen Badezimmerwaage, die den Fettanteil des Körpers ermittelt. Die Geschwindigkeit des Datentransfers ist mit etwa 230 Zeichen pro Sekunde sehr begrenzt, würde aber genügen, um mittels Händedruck digitale Visitenkarten auszutauschen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1245395