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Denial Of Service via SMS: eine unterschätzte Gefahr ?

04.04.2006 | 16:53 Uhr |

Nach Viren und Spam könnte in Zukunft eine weitere der allgemeinen IT-Landschaft hinreichend bekannte Gefahr den Mobilfunk erreichen. Wie ein Forscherteam der Pennsylvania State University herausgefunden haben will, seien sogenannte Denial of Service-Attacken (DoS) auch für mobile Netzwerke eine ernstzunehmende Gefahr. Würden zu viele Kurzmitteilungen gleichzeitig von einem Endgerät aus ins Netz versandt, könnte das die gesamte Sprachkommunikation der entsprechenden Zellen lahmlegen - hierfür wäre laut Ansicht der Forscher nur wenig mehr als ein via Modem ans Mobilnetz angeschlossener Heim-PC und ein großer Fundus an realen Handy-Nummern erforderlich, die sich in der anzugreifenden Zelle aufhalten. Würden anschließend massenweise SMS zu diesen Nummern versandt, könnte der Control-Stack der Netzstation überlaufen und die Aufnahme neuer Gespräche verweigern.




Dieses Phänomen ist nicht unbekannt. Jedes Jahr zu Sylvester werden Millionen Kurzmitteilungen über die überlasteten Mobilfunknetze versandt, alleine im letzten Jahr liefen am 1.Januar stattliche 111 Millionen SMS über die Handy-Leitungen Großbritanniens, was nachweisbar den Eingang der Nachrichten beim Empfänger verzögerte - wie viele Nachrichten seinerzeit beim Transport verlorengingen, ist nicht bekannt. In Testläufen von amerikanischen Netzbetreibern stellte man 2003 fest, dass im Durchschnitt ein Zwölftel (ca. 7%) aller an mobile Endgeräte versendeten EMails auf der Strecke blieben, was für Produktivsysteme einen nicht hinnehmbaren Zustand bedeutete und man daraufhin die Netzkapazitäten deutlich verstärkte.

Zwei Probleme machen eine Denial Of Service-Attacke im Mobilfunk für Hacker allerdings eher unattraktiv. Zum einen ist es für Privatpersonen ausgesprochen schwer, herauszufinden, welche Handys sich gerade im Umkreis der anzugreifenden Zelle befinden. Zum Anderen würde alleine der Versuch einer DoS-Attacke die Ressourcen fressen, die er bräuchte, um auch längerfristig erfolgreich zu sein, sodass die kritische Masse von versendeten SMS angesichts des überlasteten Netzes gar nicht von der Station akzeptiert werden würde. Viele Forscher gehen außerdem davon aus, dass sich Netzbetreiber bereits präventiv gegen ähnlich geartete Angriffe schützen, indem sie den Nachrichtenversand protokollieren und bei ungewöhnlich hohem Aufkommen die Angreifer einfach vom Mobilfunkverkehr aussperren.

Mehr Informationen
» Den vollständigen Bericht der Forscher lesen Sie hier
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