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Dem Internet gehen die Adressen aus

06.05.2006 | 13:47 Uhr |

Schon im Jahre 2012 werden alle IPv4 Adressen belegt sein. Eine Umstellung auf IPv6 wird angeraten, wäre jedoch sehr kostspielig.

Laut einer Studie von Frost & Sullivan werden die bisher eingesetzten IP Adressen bereits in 6 Jahren alle belegt sein. Dies würde vor allem durch die wachsende Popularität von Smartphones, IPTV und ähnlichen Technologien verursacht, die die verfügbaren Adressen immer schneller aufbrauchen. Experten gehen weiterhin davon aus, dass die heute verwendeten Internet Protokolle der Version 4 (IPv4) die Anzahl der Multimedia-Anwendungen wie IP, P2P oder Videostreaming schon bald nicht mehr auffangen können.

Im Jahre 2012 würden nach Aussagen der Studie bereits 17 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden sein. Der IPv4 Standard bietet jedoch nur 4.3 Milliarden Adressen, wovon heute bereits ein Drittel in Verwendung sind. Ein neuer Standard mit dem Namen IPv6 würde hingegen 2 hoch 128 mögliche Adressen erlauben, da dieser mit 128 Bit anstelle von 32 Bit ausgestattet ist. Eine IP Adresse würde dementsprechend in etwa folgendermaßen aussehen: 360.382.386.120.984.643.363.377.707.131.268.210.929

Einige Institutionen hätten bereits auf IPv6 umgestellt, da bereits in zwei Jahren alle US-staatlichen Netzwerke mit dem neuen Standard zurechtkommen müssen. Die privaten Internet Service Provider werden bis 2008 hingegen nur 30 Prozent aller Anwender mit IPv6 versorgen können. Laut einer weiteren Studie würde die Umstellung innerhalb von 28 Jahren ganze 23,3 Milliarden US-Dollar verschlingen. Trotzdem dürfte die Unterstützung für IPv4 Netzwerke nicht so bald verschwinden, da jedes System, welches mit IP-Adressen arbeitet, entsprechend angepasst werden muss. Doch erhält der Anwender danach auch eine deutlich einfachere Konfigurationsmöglichkeit, da sich alle an einen IPv6-Router angeschlossenen Geräte selbst einstellen können. Zudem wird die Sicherheit durch einen integrierten Mechanismus namens IPSEC deutlich erhöht. So liegt die Autorisation und Privatsphäre nicht mehr in der jeweiligen Anwendung, sondern im Protokoll an sich. Dies erschwert IP Spoofing und die Spionage fremder Daten.

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