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Definiere: Spyware

10.05.2005 | 16:14 Uhr |

In einem Interview spricht Vincent Weafer von Symantec über seine Definitionen von Adware und Spyware.

In allgemeinen Sprachgebrauch werden Adware und Spyware gerne in einen Topf geworfen. Hersteller von Schutz-Software müssen beides sorgfältiger trennen. Das ist nicht immer ganz einfach. Vincent Weafer, Leiter von Symantec Security Response, definiert diese Kategorien in einem von Symantec veröffentlichten Interview, das wir hier auszugsweise wiedergeben.

Frage : Wie definieren Sie Spyware und Adware?

Vincent Weafer : Spyware bildet den Obergriff für Programme, die in der Lage sind, Informationen auf Computern zu sammeln und weiterzugeben - in der Regel ohne dass der Computerbesitzer etwas davon mitbekommt. Spyware kann Tastaturanschläge mitschreiben, Screenshots anfertigen, Mails und Instant Messages mitlesen. Gefährliche Spione haben es dabei auf persönliche Daten wie beispielsweise Passwörter, Log-Ins, Kontonummern abgesehen. Die "Harmloseren" zeichnen Nutzungsgewohnheiten des Anwenders auf. So zielt Adware klar darauf ab, zum Beispiel Surfgewohnheiten oder -vorlieben des Computernutzers aufzuzeichnen, sendet die Infos an Dritte und ermöglicht so eine Auswertung zu Marketingzwecken, beziehungsweise eine zielgerechte Be-Werbung des Nutzers. Die von Adware gesammelten Daten können im Normalfall dem Anwender nicht zugeordnet werden, sind also anonym. Das Gefahrenpotenzial von Spyware oder Adware ist dementsprechend unterschiedlich.

Frage : Wie bewertet Symantec das Gefahrenpotenzial von Spyware oder Adware?

Vincent Weafer : Symantec klassifiziert die Programme nach ihrer Funktionalität und bewertet sorgfältig, welche Risiken vom jeweiligen Programm ausgehen. Danach wird entschieden, in welche Gefahrenkategorie sie gehören. Unsere Sicherheitssoftware bietet Zusatzinformationen zu den einzelnen Bedrohungen, beispielsweise wie gut sich die Programme tarnen, wie indiskret sie sind, wie sie sich auf die Leistung des Computers auswirken und wie leicht sich die jeweilige Spyware und Adware entfernen lässt. Anschließend wird das Risiko in "Niedrig", "Mittel" oder "Hoch" eingeteilt.

Frage : Was bedeutet das für den Anwender?

Vincent Weafer : Der Nutzer entscheidet anhand der definierten Gefahrenkategorien selbst und kann so ein für ihn akzeptables Risikoniveau wählen. Konkret bedeutet das, dass nur Programme automatisch herausgefiltert werden, die festgelegte Richtlinien nicht erfüllen -also die Gefahr besteht, dass hier tatsächlich vertrauliche Daten ausspioniert werden.
Bei den restlichen Spy- und Adwareprogrammen wird der Nutzer gewarnt und eine Risikoeinschätzung abgegeben. Der Nutzer kann dann selbst entscheiden, ob er die aufgeführten Programme löschen, sie unter Quarantäne setzen oder einfach ignorieren will.

Frage : Sind Spyware und Adware illegal?

Vincent Weafer : Die Rechtmäßigkeit dieser Programme und ihre Verwendung unterscheiden sich von Fall zu Fall. Ob legal oder illegal hängt letztendlich davon ab, wozu diese Programme verwendet werden und weniger von der Technologie als solcher. Die durch Spyware gesammelten Informationen, wie Passwörter und Kreditkartennummern, bieten oft ausreichend Material für Datenmissbrauch und Manipulation. Durch Adware aufgezeichnete Daten sind normalerweise anonym und erlauben keine persönliche Identifizierung. Der Anwender installiert sie sich zudem "wissentlich", wenn sie Bestandteil kostenloser Software ist. In den Lizenzbedingungen sind die Hersteller verpflichtet, auf derartige Funktionen hinzuweisen. Nur, jeder kennt das von sich selbst: das Kleingedruckte wird rasch überflogen, wenn überhaupt gelesen. Der Anwender stimmt der Spionage also zu, wenn er vorschnell auf "Akzeptieren" klickt - und der Anbieter ist rechtlich auf der sicheren Seite.

Frage : Gibt es konkrete Anzeichen, die mir verraten, dass sich Spionagesoftware auf meinem Rechner befindet?

Vincent Weafer : Der Anwender bemerkt Spyware oder Adware kaum, doch es gibt Symptome: Die Startseite des Browsers hat sich plötzlich verändert oder Banner-Werbung tritt an ungewohnter Stelle auf. Ein weiterer Hinweis kann sein, dass der Computer länger zum Öffnen und Speichern von Dateien braucht.

Vincent Weafer, Senior Director Symantec Security Response, ist verantwortlich für die weltweit tätigen Expertenteams der Forschungs- und Reaktionszentren von Symantec (Symantec Security Response Center).

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