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Defcon: Massenvernichtung als PC-Spiel

02.10.2006 | 17:21 Uhr |

Das unabhängige Entwicklerstudio Introversion hat ein neues Spiel veröffentlicht, dessen Thematik gewöhnungsbedürftig, aber so neutral wie möglich umgesetzt wurde: Defcon. In diesem Taktikspiel geht es im Grunde darum, eine thermonukleare Auseinandersetzung mit so wenigen Verlusten zu überleben, wie möglich. Moralisch verwerflich? Vielleicht. Spielerisch interessant? Durchaus.

In den 80er Jahren kam mit "Wargames" ein Film in die Kinos, der die damalige Angst vor einem Atom-Krieg zwischen den USA und Russland thematisierte. Im Verlauf des Films gibt es auch eine Sequenz, in der ein störrischer Computer (der gerade das komplette Atomwaffenarsenal der USA in Richtung UDSSR abfeuern möchte, da er das Ganze für ein Spiel hält) verschiedene Weltkriegsszenarien durchspielt. Auf einer Übersichtskarte werden die Atomschläge sowie die zu erwartenden Verluste angezeigt. Und eine dieser Karte nachempfundene Oberfläche erwartet Spieler von Defcon.

Bei dem Taktikspiel von Introversion schlüpfen Sie in die Rolle eines Oberkommandierenden, der von irgendeinem Bunker aus die Vorbereitungen zum atomaren Endschlag trifft. Dazu gehört das Platzieren von Einheiten wie Schiffen, U-Booten, Flughäfen und Atomsilos. Das als Multiplayer-Onlinegame ausgelegte Spiel kann auch gegen den Computer gespielt werden.

Das Spiel beginnt bei Defcon 5, also der Stufe für allgemeinen "Frieden". Ein Countdown zeigt an, wann die nächste Defcon-Stufe erreicht wird. Bomber oder Kampfflieger können beispielsweise erst ab Erreichen einer bestimmten Defcon-Stufe in die Luft geschickt werden. Defcon 1 steht für Kriegszustand.

Bei dem Titel handelt es sich um einen Vertreter der Gattung "Leicht erlernt, schwer zu meistern", wenn man bei dieser Thematik überhaupt von "meistern" sprechen mag. Die Umsetzung ist sehr nüchtern geraten, Special-Effects oder nationalistische Zwischensequenzen gibt es nicht, Sie sind der Situation alleine ausgesetzt. Die melancholische Hintergrundmusik verstärkt die depressive Grundstimmung zusätzlich. Denn eins wird nach dem ersten Spiel klar: Gewinnen kann einen solchen Konflikt niemand. Und wenn nach einem Atomschlag die Zahl der Verluste als bloße Zahl auf dem Schirm angezeigt wird, gibt einem das als Spieler durchaus zu denken.

Spielerisch gesehen ist Defcon recht knifflig und für ein schnelles Spielchen zwischendurch nicht geeignet. So schlicht die Oberfläche des Titels ist, so niedrig ist auch dessen Preis. 14 Euro kostet das Spiel, das nur als Download entweder über Steam oder den Hersteller direkt erhältlich ist. Eine rund 60 MB große Demo erlaubt das Spielen gegen die CPU sowie eine Mehrspielerpartie mit maximal zwei Spielern. Wer Gefallen an Defcon findet, kann die Demoversion ohne weiteren Download per erworbenen Key freischalten.

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