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DeCSS-Prozess: Verfahren geht in die Endrunde

17.12.2002 | 12:20 Uhr |

Der Prozess gegen den 19-jährigen Programmierer von DeCSS geht in die Endrunde. Das Programm setzt den DVD-Kopierschutz CSS außer Kraft. Die Staatsanwaltschaft fordert 90 Tage Haft auf Bewährung, der Beklagte plädierte auf unschuldig.

Der Prozess gegen den 19-jährigen Programmierer von DeCSS geht in die Endrunde. Das Programm setzt den DVD-Kopierschutz CSS außer Kraft. Die Staatsanwaltschaft forderte in ihrem gestrigen Schlussplädoyer 90 Tage Haft auf Bewährung, der Beklagte plädierte auf unschuldig. Das Urteil innerhalb der kommenden Wochen erwartet.

Jon Lech Johansen wird vorgeworfen, mit seiner Software das Erstellen von DVD-Raubkopien ermöglicht zu haben. Der Beklagte wiederum rechtfertige die Programmierung mit dem Hinweis, dass es für Linux zum damaligen Zeitpunkt keine DVD-Player-Software gab und er somit seine legal erworbenen DVDs nicht am PC ansehen konnte.

"Ein Dieb, der in seine eigene Wohnung einbricht, begeht kein Verbrechen", zitiert das Online-Magazin "Futurezone" unter Berufung auf Reuters den Verteidiger von Johansen, Halvor Manshaus.

Johansen hatte das Programm bereits im Alter von 15 Jahren entwickelt. Nach einer Anzeige der Motion Picture Association of America wurde die norwegischen Behörden aktiv.

Verfahren wegen Knackens von DVD-Kopierschutz eröffnet (PC-WELT Online, 10.12.2002)

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