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DeCSS-Klage läuft

19.07.2000 | 12:07 Uhr |

Die Filmindustrie klagt gegen einen Website-Betreiber, der ein Programm zur Entschlüsselung von DVDs im Internet zugänglich machte.

Ein US-Bundesgericht verhandelt derzeit eine Klage der Filmindustrie gegen einen Website-Betreiber, der ein Programm zur Entschlüsselung von DVDs im Internet zugänglich gemacht haben soll. Informationen der Associated Press zufolge haben acht Hollywood-Studios gegen den US-Amerikaner Eric Corley geklagt, der die DVD-Hacker-Software DeCSS auf seiner Site angeboten hatte.

Das Tool ermöglicht es, den auf DVDs verwendeten Kopierschutz CSS (Content Scrambling System) zu umgehen und digitale Kinofilme zu kopieren. In einer einstweiligen Verfügung hatten die Studios bereits im Januar erwirkt, dass Corley die DeCSS-Software aus dem Netz nehmen musste. Nun versucht die Filmbranche, Links von Corleys Website 2600.com zu verbannen, die auf Online-Angebote mit der DVD-Dekodiersoftware verweisen.

Der Anwalt der Filmstudios verglich den Fall mit der umstrittenen Musiktauschbörse Napster, über die User kostenlos MP3-Songs herunterladen können, und pochte auf die im Digital Millennium Copyright Act von 1998 festgelegten Urheberrechtsbestimmungen. Das freie Kopieren von Filmen über das Internet bringe irreparable Schäden für die Filmindustrie mit sich, so der Jurist.

DeCSS sei in keinster Weise mit Napster zu vergleichen, argumentierte die Gegenseite. Die Software könne die Filmindustrie allein aufgrund der hohen Downloadzeiten von Video-DVD nicht schädigen. Es wird erwartet, dass das Verfahren noch rund zwei Wochen dauern wird. (PC-WELT, 19.07.00.2000, jas)

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