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DeCSS: DVD-Cracker geben (fast) auf

04.07.2002 | 16:18 Uhr |

Das Hacker-Magazin "2600" will den Rechtsstreit um das DVD-Hacker-Programm DeCSS nicht vor den Obersten Gerichtshof der USA bringen, da es nur geringe Chancen für ein positives Urteil sieht. Mit DeCSS lassen sich DVDs entschlüsseln und auf die Festplatte kopieren.

Das Hacker-Magazin "2600" will den Rechtsstreit um das DVD-Hacker-Programm DeCSS nicht vor den Obersten Gerichtshof der USA bringen, da es nur geringe Chancen für ein positives Urteil sieht, wie unsere Schwesterpublikation Tecchannel berichtet. Mit DeCSS lassen sich DVDs entschlüsseln und auf die Festplatte kopieren.

Der Fall hat eine längere Vorgeschichte: Ein New Yorker Gericht hatte im August 2000 dem Herausgeber des Magazins 2600, Eric Corley, verboten, das Programm DeCSS auf seiner Website 2600.com zu verbreiten. Gleichzeitig wurde er aufgefordert, Hyperlinks zu Web-Seiten zu löschen, die dieses Programm ebenfalls anbieten. Ein New Yorker Berufungsgericht hatte dieses Urteil im November 2001 bestätigt.

Kläger war der US-Filmwirtschaftsverband Motion Picture Association of America ( MPAA ), der einen massiven Gewinnverlust durch Raubkopien fürchtet. Die Hollywood-Studios beriefen sich bei ihrer Anklage auf den "Digital Millennium Copyright Act" (DCMA) von 1998, der in seinem wichtigsten Paragraphen jede "Umgehung von Kopierschutzmaßnahmen" verbietet. Der New Yorker Richter gab der Filmindustrie damals Recht mit der Begründung, dass der DeCSS-Code nicht prinzipiell von der US-Verfassung als Meinungsfreiheit geschützt sei.

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