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Dauertest: Fehlalarme bei Antivirusprogrammen für zu Hause

10.06.2016 | 09:01 Uhr |

Das AV-Test Institut hat 14 Monate lang getestet, welche Antivirusprogramme die wenigsten Fehlalarme produzieren. Nur zwei Produkte sind ohne Fehl und Tadel durchgekommen.

Wenn das Antivirusprogramm Alarm schlägt und eine Infektion in einer vermeintlich harmlosen Software meldet, ist die Verunsicherung groß. Ist das Programm wirklich verseucht oder ist das (wieder?) nur falscher Alarm? Doch wie häufig sind Fehlalarme bei gängigen Antivirusprogrammen und gibt es Unterschiede zwischen den Produkten? Das AV-Test Institut in Magdeburg hat 14 Monate regelmäßiger Tests ausgewertet und Bilanz gezogen.

Die Tester haben in vier Kategorien geprüft. Dazu gehören falsche Warnungen beim Besuch harmloser Websites, fälschliche Malware-Erkennungen beim Datei-Scan sowie bei der Installation und Benutzung virenfreier Software. Im Laufe der Tests wurden 7000 Websites besucht, 7,7 Millionen Dateien aus legitimen Software-Paketen gescannt und zweimal 280 Anwendungen installiert und ausgeführt. Die Software-Sammlung enthält die Windows-Versionen 7 bis 10 und Programme wie Office-Pakete, Browser, Media Player, Utilities und so weiter.

Das Testfeld der Antiviruslösungen besteht aus den Programmen, die AV-Test auch bei seinen regelmäßig durchgeführten Zertifizierungstests prüft. Insgesamt 15 Produkte, teils gratis, teils kostenpflichtig, mussten zeigen, wie gut ihre Freund-Feind-Erkennung ist. Nur zwei der Testkandidaten haben alle Tests in 14 Monaten ohne einen einzigen Fehlalarm durchlaufen.

Die Ergebnisse
Avira Antivirus Pro und Kaspersky Internet Security sind als einzige der getesteten Schutzlösungen ohne falschen Alarm zu schlagen durchgekommen. Doch auch Intel Security (McAfee), Bitdefender, AVG und Microsoft sind unter der Grenze von zehn Fehlalarmen geblieben. Am anderen Ende der Tabelle landen F-Secure und Comodo mit mehr als 50 fehlerhaften Malware-Erkennungen. Deutlich schlechter machen es nur K7 Total Security aus Indien (73 Fehlalarme) und AhnLab V3 Internet Security aus Südkorea, das mehr als 100 falsche Warnungen erzeugt hat. Beide spielen hierzulande jedoch kaum eine Rolle.

Erfreulich ist, dass keines der getesteten Produkte bei harmlosen Webseiten Warnmeldungen ausgegeben hat. Unter den Programmen, bei denen häufiger falscher Alarm ausgelöst wurde, sind bekannte Tools wie Notepad++, Yahoo Messenger, 7-Zip und WinRAR. Seltener waren Fehlalarme bei Firefox, Opera, VLC Media Player und Secunia PSI.

Insgesamt ist das Ergebnis durchaus achtbar, wenn man die große Menge an Software bedenkt, die es auf dem weltweiten Markt gibt. Hinzu kommen häufige Updates, bei denen Teile der ausführbaren Programmdateien ersetzt werden. Angesichts der Tatsache, dass es mit Avira und Kaspersky Lab zwei Hersteller von Schutzlösungen mit sehr guter Malware-Erkennung geschafft haben keine Fehlalarme auszulösen, müssen die anderen jedoch nachbessern.

Die kompletten Ergebnisse finden Sie auf der Website des AV-Test Instituts .

Hersteller

Produkt

Fälschliche Warnungen, Erkennungen, Blockierungen …

…bei 7.000 Webseiten

..von Software als Malware (7,7 Mio. Testdateien)

… bei Benutzung von Software (280 Tests)

…während der Installation von Software (280 Tests)

Avira

Antivirus Pro

0

0

0

0

Kaspersky Lab

Internet Security

0

0

0

0

Intel Security

McAfee Internet Security

0

3

0

1

Bitdefender

Internet Security

0

5

0

1

AVG

Internet Security

0

9

0

0

Microsoft

Windows Defender

0

9

0

0

Avast

Free AntiVirus

0

11

0

0

ESET

Smart Security

0

13

0

0

Microworld

eScan Internet Security Suite

0

13

0

4

G Data

Internet Security

0

17

0

1

Symantec

Norton Security

0

21

0

0

BullGuard

Internet Security

0

18

1

4

Trend Micro

Internet Security

0

27

1

3

Panda Security

Free Antivirus

0

34

0

2

Quick Heal

Total Security

0

41

3

2

F-Secure

Internet Security

0

47

2

5

Comodo

Internet Security Premium

0

28

1

29

K7 Computing

Total Security

0

57

10

6

AhnLab

V3 Internet Security

0

98

3

4

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