Datenschutzgütesiegel

Bundesjustizministerin kritisiert Sony und Apple

Mittwoch, 04.05.2011 | 17:01 von Denise Bergert
In den vergangenen Tagen sorgte Sony mit dem wohl größten Datendiebstahl-Skandal in der Geschichte für Schlagzeilen. Auch Apple geriet wegen der unerlaubten Speicherung von Standort-Daten in die Kritik. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) forderte heute eine schnelle Aufklärung der Vorfälle.
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) kritisiert Apple
und Sony
Vergrößern Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) kritisiert Apple und Sony
© http://www.leutheusser-schnarrenberger.de

Die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger übte heute heftige Kritik am PlayStation-Hersteller Sony. Vor zwei Wochen waren Hacker in die Online-Plattform PlayStation Network eingedrungen und hatten die persönlichen Daten von 77 Millionen Nutzern gestohlen. Gestern weitete sich die Katastrophe aus, als bekannt wurde, dass auch die Sony-Online-Entertainment-Server den Angriffen zum Opfer fielen und dort weitere 25 Millionen Profildaten gestohlen wurden. Leutheusser-Schnarrenberger fordert von Sony eine schnelle Aufklärung des Vorfalls und ermahnt den japanischen Konzern, seine Kundendaten in Zukunft besser zu schützen. Die Bundesjustizministerin findet es eigenen Aussagen zufolge „beunruhigend“, dass Sony nach dem Datenklau-Skandal nun bereits die nächste Panne einräumen muss.

Auch Apple war in den vergangenen Wochen in die Kritik geraten. Der Konzern hatte Standort-Daten von Mobilfunkkunden auf dem iPhone und dem iPad mitgeloggt und anschließend als ungesicherte Datei auf den PCs der Nutzer abgelegt – ohne die Betroffenen über diesen Umstand zu informieren. Apple entschuldigte sich in der letzten Woche und beteuerte, die so genannte „Software-Panne“ mit dem nächsten iOS-Update beheben zu wollen.

Leutheusser-Schnarrenberger sieht Apples Vorgehen als Vertrauensbruch, da eine Standort-Daten-Speicherung nur nach ausdrücklicher Zustimmung der Nutzer vorgenommen werden könne. Die groben Schnitzer beider Unternehmen haben die Bundesjustizministerin in der weiteren Unterstützung der Stiftung Datenschutz bestärkt. Die Organisation soll künftig Datenschutz-Gütesiegel an Produkte vergeben.

Mittwoch, 04.05.2011 | 17:01 von Denise Bergert
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