28.01.2009, 15:43

Frank Ziemann

Datenschutz für alle

Festplattenverschlüsselung wird standardisiert

Die Hersteller von Festplatten haben einheitliche Standards für die komplette Verschlüsselung von Festplatten verschiedener Bauart verabschiedet. Damit sollen Datenlecks durch verlorene Notebooks und entsorgte Festplatten bald der Vergangenheit angehören.
Die wichtigsten Festplattenhersteller haben sich auf einen gemeinsamen Standard für die Komplettverschlüsselung von Festplatten geeinigt. In der Storage Working Group (SWG) der Trusted Computing Group (TCG) haben Unternehmen wie Fujitsu, Hitachi, IBM, Samsung, Seagate, Toshiba und Western Digital diesen Standard erarbeitet, der sowohl für übliche Festplatten als auch für Solid-State-Disks (SSD) gilt und nicht an eine bestimmte Anschlussart (wie S-ATA, iSCSI, USB) gebunden ist.
Die am 27. Januar verabschiedeten Standards unterscheiden vielmehr die Anforderungen je nach Einsatzzweck der Geräte in normalen Desktop-PCs und Notebooks ("Opal") sowie Server-Speichersystemen in Unternehmen ("Enterprise"). Jedes Laufwerk enthält einen Chip, der für transparente Verschlüsselung ohne Zeitverlust sorgt. Für die Verschlüsselung kommen AES-Schlüssel (128 oder 256 Bit) zum Einsatz, die als nicht knackbar gelten.
Sobald die Verschlüsselung einmal aktiviert und eingerichtet ist, muss bereits beim Start des Rechners (oder bei Anschließen eines externen Laufwerks) das richtige Passwort eingegeben werden. Ohne dieses ist die Festplatte nur ein teurer Türstopper und kann nicht einmal wieder verkauft werden. Damit soll sicher gestellt werden, dass gestohlene oder verlorene Notebooks sowie entsorgte Speichergeräte nicht mehr zur Datenschutzkatastrophe im Unternehmen führen.
Einige Hersteller wie Hitachi oder Seagate unterstützen den neuen Standard bereits in einigen erhältlichen Produkten. Der entscheidende Vorteil der Standardisierung liegt für Unternehmen darin, dass sie nicht an einen bestimmten Hersteller gebunden sind. Management-Lösungen funktionieren Hersteller-unabhängig. Für Endverbraucher liegt der Vorteil in der absehbaren Verfügbarkeit selbstverschlüsselnder Festplatten ohne nennenswerten Mehrpreis. Alle profitieren davon, dass künftigt keine zueinander inkompatiblen Insellösungen mehr benötigt werden.
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