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StudiVZ verkauft über 4 Millionen Nutzerdaten (UPDATE!)

14.12.2007 | 10:22 Uhr |

StudiVZ ändert zum Jahreswechsel die Geschäftsbedingungen. Dann kann die Plattform ganz nach dem Vorbild Facebook.com Handynummern, Adressen, Hobbys, Studienrichtung oder Mail-Adressen an interessierte Werbekunden verkaufen.

Update 14.12, 13.30 Uhr: StudiVZ hat Berichte darüber dementiert, dass es den Verkauf von Nutzerdaten plane. Weitere Infos hierzu und was StudiVZ tatsächlich plant, lesen Sie in dieser PC-WELT Nachricht .

"Bist du schon drin?" Das Motto der größten Studenten-Community StudiVZ lockt täglich neue Nutzer an. In Freundeskreise oder Gruppen eintreten, Fotos hochladen oder chatten, an die dabei angegebenen persönlichen Daten denkt kaum jemand. Diese sind Werbekunden jedoch eine Menge Geld wert.

Nachdem der Holtzbrinck-Verlag Anfang 2007 StudiVZ für 100 Millionen Euro gekauft hatte, wird es nun Zeit, das Geld wieder reinzuholen. Zum Jahreswechsel soll maßgeschneiderte Werbung, wie auch bei der Plattform Facebook , eingeführt werden. Das berichtet "Welt Online".

Dafür sollen, so der Bericht, die persönlichen Daten von etwa 4 Millionen registrierten Nutzern verkauft werden. Egal ob Handynummern, private Adressen oder Mail-Adressen. "Wir wollen mit der Änderung der Geschäftsbedingungen einfacher auf die Daten der User zugreifen. So können wir besser personenbezogene Werbung verschicken", bestätigt StudiVZ-Geschäftsführer Marcus Rieke gegenüber Welt Online. Die Nutzer müssen sich also in Zukunft auf Werbe-Mails einstellen.

StudiVZ könnte die Werbe-Banner auf der Webseite auf die einzelnen Nutzer anpassen. Dazu sollen die Daten zum Musikgeschmack oder angegebenen Hobbys verwendet werden. "Business as usual", bezeichnet Rieke dieses Vorgehen.

In den nächsten Tagen sollen die User mit einer Mail über die Änderungen informiert werden, danach sollen die Daten kommerziell verwertet werden. Datenschützer gehen derweil auf die Barrikaden.

Wann der Ableger SchülerVZ ähnliche Planungen bezüglich maßgeschneiderter Werbung anstellt, steht noch nicht fest. Jedoch liegen auf der Plattform ebenso 2 Millionen Nutzerdaten bereit.

Das Geschäft mit persönlichen Daten kann äußerst lukrativ sein: Die amerikanische Internet-Community Facebook besitzt derzeit etwa 50 Millionen Nutzerdaten von Mitgliedern. Dazu steigt täglich die Anzahl der Nutzer. Microsoft sorgte vor kurzem für Aufsehen, als der Windows-Konzern für einen Anteil von nur 1,6 Prozent an Facebook 240 Millionen Dollar zahlte. Neben exklusiver Werbung, haben die Nutzerdaten wohl eine große Rolle gespielt.

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