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Datenschutz: Google in der Kritik

12.06.2007 | 15:58 Uhr |

Google und der Datenschutz - ein Thema, das immer wieder die Gemüter erregt. Bei einer Untersuchung der Organisation Privacy International landete Google in Sachen Datenschutz nun auf dem letzten Platz. Zudem wirft Privacy International Google vor, eine Schmutzkampagne gegen die Organisation gestartet zu haben und verlangt eine Entschuldigung.

Die Organisation Privacy International hat untersucht, wie es die größten Internet-Unternehmen mit dem Datenschutz halten. Und von 23 Firmen landete Google auf dem letzen Platz. Diesen verdiene das Unternehmen laut Organisation auf Grund "umfassender Überwachung von Konsumenten und tiefer Abneigung gegenüber Privatsphäre". Dem Ranking der Firmen ist zu entnehmen, dass Microsoft um zwei Stufen besser abschnitt (Schulnotensystem 4), Yahoo kam auf eine Bewertung von 5 .

"Wir sind uns darüber im Klaren, dass die Platzierung von Google auf den letzten Platz kontrovers ist, aber während unserer Untersuchungen haben wir zahlreiche Mängel in Googles Herangehensweise an den Datenschutz festgestellt, die weit über diejenigen hinaus gehen, wie wir sie bei anderen Unternehmen gefunden haben", so die Organisation.

Im Detail nennt Privacy International die Unmengen an Daten, die Google von seinen Nutzern sammelt und den Mangel an Datenschutz-Kontrollen: "Googles stetig wachsenden Möglichkeiten, in die Details des Lebens und des Lebensstils eines Anwenders einzudringen müsste unserer Ansicht nach von umfassenden Kontrollmöglichkeiten für die Nutzer begleitet werden." Doch davon sei bislang noch nichts zu sehen, so die Organisation. Bei dem nun vorgelegten Report handelt es sich allerdings noch nicht um die finale Fassung, ein abschließender Bericht soll im September folgen.

Darüber hinaus erhebt Privacy International schwere Vorwürfe gegenüber Google und spricht in diesem Zusammenhang von einer "Schmutzkampagne", die das Unternehmen gegen die Organisation gestartet haben soll. In einem offenen Brief an Google-CEO Eric Schmidt wird diesem vorgeworfen, dass Google zwei europäische Journalisten kontaktiert und erklärt haben soll, dass ein Interessenkonflikt zwischen Privacy International und Microsoft bestehe, was die bessere Platzierung des Konzerns aus Redmond erkläre. Der Direktor von Privacy International, Simon Davies, erklärte hierzu, dass dieser Vorwurf wohl daher rührt, dass einer von 70 Mitgliedern des Boards of Advisors der Organisation bei Microsoft beschäftigt ist. Davies wies den Vorwurf des Interessenskonflikts zurück und erklärte, dass die Organisation auch gegen Microsoft vorgehe, unter anderem werde die EU-Untersuchung gegen Microsoft unterstützt.

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