07.10.2011, 18:05

Christoph Supguth

Datenschutz

Facebook weiterhin im Kreuzfeuer von Datenschützern

Keine Einigung in der User-Tracking-Frage ©© iStockphoto.com/Rolf Fischer

Datenschützer halten den Druck auf Facebook weiterhin aufrecht. Auch in der gestrigen Diskussion konnten Weichert, Landesbeauftragter für den Datenschutz und Staatssekretär Dr. Arne Wulff auf die Frage um das sogenannte User-Tracking-Verfahren keine Einigung erzielen.
Die Diskussion um den Facebook-„Gefällt-mir“-Button geht weiter. Dr. Thilo Weichert, unabhängiger Landesbeauftragter für den Datenschutz (ULD) und Staatssekretär Dr. Arne Wulff, Chef der Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein blieben in ihrer gestrigen Sitzung weiterhin uneinig. „Angesichts der Tatsache, dass derzeit acht von 16 Bundesländern eine Facebook-Fanpage zur medialen Kommunikation nutzen, ist nur ein abgestimmtes Vorgehen der Länder sinnvoll.", sagte Wulff.
Thilo Weichert äußerte erst kürzlich seine Bedenken der „Like“-Funktion und droht mit Untersagungsverfügungen und Bußgeldern wegen Verstöße gegen geltendes Datenschutzrecht. In einem Interview mit heise online verdeutlicht Weichert, dass Facebook die Maßnahmen des ULD durchaus als Kampfansage verstehen könne: "Wir werden die Eskalation suchen und dazu das gesamte Instrumentarium nutzen."

Frist abgelaufen

Erst am Wochenende war die von Thilo Weichert gestellte Frist abgelaufen, in der er die Landesregierungen und große Unternehmen dazu aufgefordert hatte, ihre Facebook-Fanseiten zu schließen und den „Gefällt mir“-Button zu löschen. Die Landesregierung Schleswig-Holstein will die Seite aber noch nicht entfernen, sondern möchte erst die Innenministerkonferenz abwarten, bis eine finale Entscheidung über das weitere Vorgehen gefällt wird. Die vorgetragenen Bedenken der Datenschützer müsse erst mit den Grundsätzen der Informationspflicht und der Informationsfreiheit in Einklang gebracht werden, so Wulff. Auch die Unternehmerseite reagiert eher ablehnend auf die Forderungen. Die IHK hat angekündigt, der Drohung nicht zu folgen und wird es auch auf ein Verfahren ankommen lassen.
Sobald ein Webseiten-Betreiber den Gefällt-Mir-Buttons von Facebook, Google+ und Twitter auf seine Seite einstellt, werden Daten des Webseiten-Besucher an den Betreiber der Netzwerkplattform übertragen. Dieses Verfahren wird als User-Tracking bezeichnet. Dies passiert bereits beim Laden der Seite, der Button muss nicht einmal geklickt werden. Ist der Surfer auf der entsprechenden Webseite eingeloggt, werden auch personenbezogene Daten von den sozialen Plattformen gesammelt und gespeichert und erhalten so umfassende Surfprofile. Das ULD kritisiert die Nutzungs- und Datenschutzrichtlinien von Facebook: „Sie genügen nicht annähernd den rechtlichen Anforderungen an gesetzeskonforme Hinweise, an wirksame Datenschutzeinwilligungen und an allgemeine Geschäftsbedingungen."

2-Klick-Button

Surfer dürfte das wenig begeistern. Deshalb hat heise online eine zweistufige Lösung entworfen, das sogenannte 2-Klick-Verfahren. Damit werden Anwender-Daten nur noch übermittelt, wenn auch eine aktive Zustimmung erfolgt. Dazu muss der User den Empfehlen-Button erst klicken, um der Kommunikation mit Facebook, Google+ und Twitter zuzustimmen und ihn auch nutzen zu können. Nach der Aktivierung erfolgt die Empfehlung mit einem zweiten Klick. Dabei werden die Nutzungsdaten der aktuell besuchten Webseite übermittelt. Surfen Nutzer auf der Seite weiter, ist die 2-Klick-Regel  wieder aktiv und es werden keine weiteren Daten übermittelt. Auf www.pcwelt.de wurde diese Funktion bereits integriert.
Google+ gegen Facebook im Video-Duell
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