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Facebook droht Strafe für missachtete Löschungsanfragen

21.10.2011 | 17:29 Uhr |

Weil das Social Network die Daten eines Nutzers auch nach dessen Auftrag für eine Löschung weiterhin gespeichert hatte, könnte dem Konzern nun eine Strafe in Höhe von 100.000 Euro drohen.

Im Juni diesen Jahres beschloss der 24-jährige Jura-Student Max Schrems, das Social Network Facebook zu bitten, ihm alle Daten, die der Konzern im Laufe von drei Jahren über ihn gesammelt hatte, zuzusenden. Der junge Österreicher erhielt auf seine Anfrage hin eine CD, die ausgedruckt, ganze 1.200 Seiten mit persönlichen Informationen füllt. Beim Durchblättern fiel Schrems zudem auf, dass er viele der aufgeführten Details über sein Facebook-Profil bereits gelöscht hatte.

Da der europäische Facebook-Ableger unter der Schirmherrschaft von Irland steht, beschloss Schrems, 22 unterschiedliche Beschwerden beim zuständigen Datenschutz-Beauftragen einzureichen. Das Verfahren wurde aufgenommen. In der nächsten Woche findet die erste Anhörung statt. Sollte ein Schuldspruch gegen Facebook oder einen Mitarbeiter des sozialen Netzwerks fallen, läge die Höchststrafe bei 100.000 Euro.

Auf den 1.200 Seiten, die Schrems auf seine Anfrage hin erhielt, wurde unter anderem aufgeführt, welche Freundesanfragen der Student abgelehnt hatte, welche Freundschaften er in den drei Jahren seiner Mitgliedschaft kündigte und welche Chat-Gespräche er mit anderen Mitgliedern geführt hatte.

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