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Datenschützer schreiben offenen Brief wegen Google Glass

19.06.2013 | 09:49 Uhr |

Am meisten irritiert Datenschützer die Möglichkeit, dass Google-Glass-Träger heimlich Videos und Fotos von anderen Menschen aufnehmen können. Nun haben Sie Google acht Fragen zur Brille gestellt.

Die Datenschützer mehrerer Länder haben Google einen offenen Brief (PDF) geschrieben, in welchem Sie ihre Sorge über den Schutz der Privatsphäre bei Google Glass zum Ausdruck bringen. Insbesondere die Möglichkeit der Google-Brillenträger, heimlich andere Menschen zu filmen, bereitet den Datenschützern Bauchschmerzen. Es stelle sich auch die Fragen, inwieweit Google oder Dritte diese Daten sammeln und auswerten. Dies könnte, selbst vom Träger nicht gewollt, durch den Einsatz von Apps automatisch passieren. Die Datenschützer weisen zudem darauf hin, dass sie ihre Informationen zu Google Glass aus den Medien hätten und von den Informationen, welche Google selbst veröffentlicht habe. Im Brief loben sie die verschärften Richtlinien zur App-Entwicklung von Google Glass - so will Google beispielsweise auf den Einsatz von Gesichtserkennung verzichten. Aber das könne nur ein erster Schritt sein.

Man verstehe, so der Wortlaut im Brief, dass auch andere Firmen ähnliche Produkte entwerfen. Doch Google sei der Marktführer und der Erste. Darum sei Google auch das erste Unternehmen, dass sich ethischen Gesichtspunkten stellen müsse. Bis heute, so klagen die Datenschützer, seien die meisten der Datenschützer nicht von Google zu Diskussionen eingeladen worden. Man empfehle aber dringend, dass Google sich einem echten Dialog stelle.

Folgende Fragen fallen den Datenschützern ein:

  • Wie fügt sich Google Glass in bestehende Gesetze zum Datenschutz ein?

  • Welche Datenschutzmechanismen bauen Google und App-Entwickler ein?

  • Welche Informationen sammelt Google via Glass und welche Informationen werden mit Dritten (auch Entwicklern) geteilt?

  • Was will Google mit den gesammelten Daten tun?

  • Will Google die Gesichtserkennung in der Zukunft aktivieren?

  • Will Google etwas gegen das mögliche heimliche Ansammlen von Daten durch Google-Brillenträger über Andere unternehmen?

  • Gibt es bereits eine Einschätzung des Datenschutz-Risikos durch Google, die man mit den Datenschützern teilen möchte?

  • Wird Google die Brille in den Büros der Datenschützer vorführen und einen Test erlauben?

Der Brief ist unterzeichnet von Datenschutzbeauftragten aus Kanada, Australien, Neuseeland, Mexiko, Israel und aus der Schweiz.

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