24.10.2011, 10:35

Matthias Buchta

Amazons Silk Browser

Datenschützer kritisieren Amazon-Browser Silk

Silk auf dem Amazon-Tablet Kindle Fire ©Amazon

Zwar kommen die Datenschützer abschließend auf keine katastrophale Bilanz, attestieren dem Amazon-Browser Silk aber trotzdem gravierende Mängel im Datenschutz.
Ende letzten Monats stellte Amazon den Browser Silk für das Kindle Fire-Tablet vor. Das Tablet kann für 199 Dollar (etwa 145 Euro) bei Amazon vorbestellt werden, Verkaufsstart ist Mitte November - vorerst nicht in Deutschland. Amazons Browser speichert Surf-Daten, unter anderem auch URLs, in der Cloud und komprimiert ausgesuchte Elemente einer Internetseite vor dem Seitenaufruf. Weil dann weniger Daten übertragen werden müssen, soll Silk schneller als andere mobile Browser sein, heißt es bei PCWorld.
Die US-Organisation Electronic Frontier Foundation (EFF) beschäftigt sich mit Bürgerrechten im Internet und untersuchte Silk. Sie ist teils zufrieden, teils nicht. „Wir sind jetzt mit vielen Dingen zufrieden, die uns zunächst beunruhigten. Aber wir haben trotzdem noch einige ernsthafte Bedenken zur Privatsphäre.“, lautet das Urteil des EFF-Mitarbeiters Dan Auerbach.
Die EFF beschwichtigt einerseits Datenschützer. Denn die Verschlüsselung SSL (angezeigt duch "https://" in der Adresszeile) laufe nicht über Amazon-Server. Dadurch profitiert sie zwar nicht von einem Geschwindigkeits-Plus, verrät aber auch keinerlei Daten an Amazon. Der Datenverkehr zwischen Silk und der Cloud soll übrigens immer verschlüsselt sein. Das würde Hackern das Abfangen von Daten im WLAN erschweren.
Amazon versichert, dass sie nur begrenzt Nutzerdaten speichern würden. Darunter fallen die eingegebenen Internetadressen, ein Zeitstempel und ein Schlüssel, welcher den Nutzer identifiziert. Auch speichern sie diese Daten nur für 30 Tage, sagt Amazon. Trotzdem ist das eine lange Zeit für Kritiker. Bedenklich sei vor allem die Speicherung der URLs. Amazon könne bei Auswertung erfahren, welche Person bestimmte Seiten besucht.
Möchte der Benutzer nicht, dass Amazon seine eingegebenen Internetadressen und Suchanfragen speichert, muss er die Cloud-Funktion deaktivieren. Der EFF gefällt nicht, dass diese Funktion grundsätzlich aktiviert ist und manuell abgeschaltet werden muss. Andersherum wäre es für den Datenschutz besser.

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