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iPhone-Nutzer treiben mobiles Internet an

10.11.2008 | 13:21 Uhr |

Besitzer des Apple-Handys rufen 60 Mal mehr Daten ab als andere Mobilfunk-User.

Die enorme Beliebtheit des iPhone 3G von Apple treibt die Verbreitung des mobilen Internets in Deutschland deutlich voran. Wie die Tageszeitung Welt berichtet, ruft ein typischer iPhone-Kunde bei der Deutschen Telekom derzeit rund 60 Mal mehr Daten ab als der durchschnittliche T-Mobile-Nutzer. Insgesamt sind beim Telekommunikationsunternehmen bereits mehr als 450.000 Apple-Geräte abgesetzt worden. Vor allem die zweite Generation des Smartphones, die die schnelle Mobilfunktechnologie 3G und die Satellitenortung GPS beherrscht, hat den Absatz deutlich angekurbelt. Obwohl das iPhone 3G erst seit Juli 2008 auf dem Markt ist, hat es sich dreimal schneller verkauft als sein Vorgänger. Von den 340.000 abgesetzten Geräten der neuesten Generation wurden 190.000 in Deutschland verkauft, der zweitgrößte Markt sind die Niederlande.

"Die mobile Nutzung des Internets auf dem Handy wird für die Nutzer gerade erst richtig interessant", erklärt Björn Brodersen vom Online-Handytarif-Berater Teltarif . Neue Hightech-Smartphones wie das iPhone hätten es geschafft, die Erfahrung mit dem mobilen Websurfen für die Nutzer wesentlich zufriedenstellender zu gestalten. "Die Handy-Technik hat sich enorm weiterentwickelt. Damit haben sich auch die Nutzungsbedingungen für die User deutlich verbessert", meint Brodersen. So gäbe es etwa in der Zwischenzeit auch eine Reihe von Einstellungsmöglichkeiten an den Geräten verschiedener Hersteller, die es Handybesitzern erlauben würden, die Darstellung der ursprünglichen Webseiten für den Bildschirm ihres Mobiltelefons zu optimieren.

"Man kann davon ausgehen, dass sich in einigen Jahren das mobile Internet zum Massenmarkt entwickeln wird. Meiner Ansicht nach wird die Entscheidung über die weitere Entwicklung dieses Sektors aber eher über den Faktor Preis fallen als über technische Fragen", merkt Brodersen an. Inzwischen gebe es bereits zahlreiche Tarifmodelle wie etwa nutzungsabhängige Abrechnungen und Flatrate-Angebote, die das Websurfen auf dem Handy wesentlich günstiger und flexibler gestalten würden. "Vor der Tarifwahl sollten sich die Verbraucher aber gut überlegen, wie oft und wofür sie das Internet unterwegs benötigen", so Brodersen. Im Moment sei dieses aber für viele Handynutzer noch wenig interessant. "Von Seiten der Anbieter wurde es vielfach verabsäumt, den Kunden einen wirklichen Mehrwert des mobilen Internets deutlich zu machen", meint Brodersen.

Wie eine kürzlich vom Marktforschungsunternehmen Canalys präsentierte Untersuchung zeigt, wurden von den unterschiedlichen Herstellern allein im dritten Quartal 2008 an die 40 Mio. Smartphones weltweit vertrieben. Mit 6,89 Mio. verkauften Geräten entfällt dabei bereits knapp ein Sechstel der Smartphone-Verkäufe auf das iPhone 3G. Das entspricht einem Wachstum von 523 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum, in dem Apple lediglich 1,1 Mio. iPhone-Geräte absetzen konnte. Klarer Marktführer im Smartphone-Marktsegment bleibt aber weiterhin Nokia, dessen Handy-Produkte im dritten Quartal dieses Jahres 15,49 Mio. Mal über die Ladentische gingen. (pte/jp)

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