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Besorgnis über Datenmissbrauch wächst

09.07.2008 | 11:30 Uhr |

Internetnutzer fürchten sich zunehmend vor dem Missbrauch ihrer persönlichen Daten.

Das eifrige Datensammeln von Facebook, Google & Co führte dazu, dass die Sicherheitsbedenken der User gestiegen sind. So hat inzwischen die Mehrheit der deutschsprachigen Nutzer Angst davor, dass private Informationen ungewollt zu Werbezwecken weiterverwendet werden. Wie aus einer aktuellen Erhebung von Fittkau & Maaß Consulting hervorgeht, hat schon fast jeder deutsche Internetnutzer einmal persönliche Angaben im Netz gemacht. Die wenigsten davon aber haben ein gutes Gefühl dabei. Trotz Beteuerungen seitens der Portal-Betreiber sind viele nicht davon überzeugt, dass ihre Angaben vertraulich behandelt werden.

Fast 70 Prozent fürchten die Weitergabe ihrer Daten zu Werbezwecken. 57 Prozent gehen davon aus, dass Informationen gezielt ausspioniert werden könnten und 14 Prozent sind aus diversen anderen Gründen äußerst misstrauisch. Keine Bedenken haben nur sehr wenige Nutzer - acht Prozent halten die herrschenden Datenschutzbestimmungen für streng und fünf Prozent vertrauen auf die technischen Standards zur Sicherung ihrer Daten. Insgesamt sind Männer offenbar etwas kritischer als Frauen, wenn es um den Schutz persönlicher Informationen geht.

Damit die Internet-Anbieter weiterhin mit personenbezogenen Daten arbeiten können, ist gezielte Aufklärungsarbeit notwendig, um weiterhin das Vertrauen der Nutzer zu genießen. Versteckte oder schwer verständliche AGBs seien dafür zu wenig, so ein Schluss aus der Studie. Dass sich diese Aufklärung für die Unternehmen auszahlen würde, liegt auf der Hand. Immerhin können die persönlichen Daten sehr gut dazu verwendet werden, um auf Nutzerbedürfnisse abgestimmte Services anzubieten, aber auch, um zielgruppengenaue Werbung zu schalten. Grundsätzlich sind 30 Prozent der Befragten bereit, Online-Werbung zu akzeptieren, wenn dafür die betreffenden Webseiten vollkommen gratis genutzt werden können.

97 Prozent der Internetnutzer haben schon auf irgendeine Weise einen digitalen Fingerabdruck im Netz hinterlassen. Das kommt vor allem daher, dass die meisten Angebote ohne bestimmte Informationen nicht zugänglich sind. Weder bei E-Maildiensten wie Google Mail noch bei sozialen Netzwerken wie StudiVZ kommt man umhin, sich zumindest mit Namen und einigen persönlichen Angaben zu registrieren. Viele Nutzer machen dies zwar, fühlen sich aber nicht besonders wohl dabei. Insbesondere Privatadresse, Details zum Einkommen oder ein persönliches Foto werden von einer Menge Nutzer als sehr sensible Daten betrachtet. Aber auch mehr als ein Drittel will beispielsweise keine Angaben zum Surfverhalten machen und etwa ein Viertel möchte über Hobbys und persönliche Interessen lieber Stillschweigen bewahren. (pte/jp)

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