20.04.2012, 11:42

Panagiotis Kolokythas

Datensammelwut

WWW-Vater Berners-Lee kritisiert Facebook, Google & Co.

WWW-Vater Tim Berners-Lee

Tim Berners-Lee hat öffentlich Internet-Unternehmen wegen ihres Verhaltens beim Sammeln von User-Daten kritisiert. Und er macht Vorschläge, was sie besser machen müssten.
Tim Berners-Lee, Internet-Pionier und Begründer des World Wide Web, hat die Datensammelwut von Internet-Unternehmen wie Facebook und Google kritisiert. Das Problem sei nicht, dass diese Unternehmen viele, viele Daten über die User sammeln, sondern dass sie nicht dazu bereit seien, diese Daten mit den betroffenen Usern zu teilen und ihnen auch darzulegen, was genau sie aus diesen Daten lernen.
Die Internet-Nutzer vertrauen dem Internet mehr intime Daten über ihr Leben an, als Personen, mit denen sie reden. Das, so Berners-Lee, läge unter anderem daran, dass die Nutzer dem Internet vertrauen. Aber anstatt die Internet-Unternehmen dazu zu zwingen, weniger Daten zu sammeln, sollte man sie eher dazu bringen zu verraten, wie genau sie diese Daten nutzen. Außerdem schlägt Berners-Lee vor, dass Internet-Unternehmen ihren Nutzern die über sie gesammelten Informationen zur Verfügung stellen sollten. Die User könnten dann die über sie gesammelten Informationen für eigene Zwecke nutzen und ihnen wäre dann auch immer klar, welche Informationen über sie gesammelt wurden.
"Wir bewegen uns auf eine Welt zu, in der die Menschen zustimmen, dass ihre Informationen nicht für bestimmte Zwecke eingesetzt werden. Es geht also nicht darum, ob sie über mich Informationen sammeln dürfen, sondern darum, dass wenn sie sie haben, mir versprechen, was sie nicht damit tun werden", sagte Tim Berners-Lee. Als Beispiel nannte er ein Versicherungsunternehmen, dass seinen potentiellen Kunden versprechen könnte, keine Informationen von Facebook zu nutzen, um ein Angebot für eine Versicherung zu machen. Und selbst dann nicht, wenn die Versicherung den Kunden über Facebook kontaktiert.
Die User könnten sich gar nicht über den Wert der Informationen, die über sie gesammelt werden, bewusst sein, weil soziale Netzwerke wie Facebook und Google diese Informationen für sich behalten.
Der britische Informatiker Tim Berners-Lee entwickelte die Hypertext Markup Language (HTML) und weitere Dienste um Informationen zwischen Wissenschaftlern schneller auszutauschen. So entstand das World Wide Web. Inzwischen lehrt Tim Berners-Lee am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und ist Vorsitzender des World Wide Web Consortiums (W3C). Von Tim Berners-Lee stammt auch auf info.cern.ch die allererste Seite im Web, in der das World Wide Web definiert wird. Der Inhalt der ersten Website existiert nur noch als Kopie.
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