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Datenbank soll vor Etikettenschwindel beim Spargel schützen

Die Spargelernte läuft auf Hochtouren, doch manche Anbieter betreiben Etikettenschindel, um höhere Preise zu erzielen. Eine neue Datenbank soll dies nun verhindern.

Eine neue Datenbank soll Verbraucher vor falschen Herkunftsangaben beim Spargel schützen, teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit am Freitag in Bonn mit. Es gebe immer wieder Fälle, in denen Spargel falsch gekennzeichnet und der Verbraucher damit getäuscht werde.

Durch ein spezielles Verfahren, die Isotopen-Analyse, könnten die Lebensmittelkontrolleure der Bundesländer künftig solche Praktiken aufdecken. Isotope sind die verschiedenen Formen eines chemischen Elements, ihre Häufigkeit variiert je nach Region. Da Pflanzen diese Isotope aus dem Boden aufnehmen, tragen sie damit eine Art Isotopen- Fingerabdruck ihrer Herkunft. Durch eine Analyse der chemischen Zusammensetzung des Spargels ist ein Nachweis der Herkunftsregion möglich. Im Bundesamt sei eine Datenbank mit Referenzproben aus Anbaugebieten - auch aus dem Ausland - aufgebaut worden.

Viele Verbraucher bevorzugten Spargel aus einem bestimmten Anbaugebiet, und tatsächlich könne Spargel je nach Herkunft unterschiedliche Eigenschaften besitzen, erläuterte das Bundesamt. Manche Anbaugebiete hätten auch einen besonders guten Ruf und so ließen sich mit bestimmten Herkunftsbezeichnungen höhere Preise erzielen.

Die deutsche Spargelernte sei inzwischen auf vollen Touren, teilte die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) mit. Die Verbraucher müssten zurzeit fünf bis sieben Euro für ein Kilogramm beste Ware zahlen. Die Abhängigkeit vom Wetter sei nicht mehr so groß wie früher. Bundesweit würden mittlerweile rund 80 Prozent der Felder mit Folien abgedeckt, die vor zu großer Kälte beziehungsweise zu großer Hitze schützten.

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