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Daten-Leak beim IS: BKA gelangt an geheime Dokumente

10.03.2016 | 12:56 Uhr |

Deutsche Ermittler sowie britische Medien sind in den Besitz hochbrisanter geheimer IS-Dokumente gelangt.

Update 10.03.2016

Nachdem ein Mitglied des islamischen Staates sich von der Terrororganisation abgewandt hatte, spielte dieser dem britischen Fernsehsender Sky News eine Datenliste zu, die Informationen über rund 22.000 IS-Mitgliedern aus insgesamt 51 Ländern enthielt.  Demnach handelt es sich bei den Daten um ein aus Syrien gestohlenes elektronisches Speichermedium, auf welchem sich die brisanten Daten befinden.

Neben den Namen der Jihadisten sollen unter anderem auch Adressen, Telefon-Nummern und Kontaktdaten zu Familienangehörigen aufgelistet sein. Diese Informationen waren Bedingung für die Aufnahme im IS. So mussten die Anhänger zu Beginn 23 Fragen beantworten, die sich auf ihre Fähigkeiten, ihren Glauben und ihr bisheriges Leben bezogen.

In einem Interview mit Sky News sagte Abu Hamed, der die Daten an den Sender weitergab: „Ich will den Menschen innerhalb der Organisation etwas sagen: Die Organisation ist eine Lüge, sie spiegelt nicht den Islam wider. Nichts von alledem folgt der Sharia oder dem Islam. All das ist fernab des Islams.“ Auf die Frage, ob mit der Veröffentlichung dieser Daten das Terrornetzwerk zu Fall gebracht werden könne, nickte Hamed und sagte: "So Gott will." 

Nachdem Sky News die Daten erhielt, informierte der Sender umgehend die Behörden. Den ersten Erkenntnissen nach stammen einige der 22.000 Jihadisten aus Nordeuropa, Kanada und den USA, aus dem mittleren Osten sowie aus Nordafrika.

Ursprüngliche Meldung

Deutsche Ermittler sind an geheime Dokumente des sogenannten "Islamischen Staats" (IS) gelangt. Das meldet der Rechercheverbund des NDR, WDR und der "Süddeutschen Zeitung". Demnach liegen dem BKA und anderen deutschen Ermittlern unter anderem die Informationen von deutschen IS-Kämpfern vor. 

Die Unterlagen stammen aus Befragungen, die Vertreter des IS durchgeführt haben, als die Freiwilligen in das von IS kontrollierte Gebiet in Syrien einreisten. Dabei mussten die IS-Anhänger unter anderem 23 Fragen beantworten, darunter Fragen zu ihrer Herkunft, ihrem früheren Wohnort, ihren Angehörigen und zur Art und Weise, wie sie in das Kampfgebiet gelangt sind. Bei der Gelegenheit mussten die Freiwilligen auch die Frage beantworten, ob sie als Kämpfer oder als Selbstmordattentäter eingesetzt werden wollen.

Gegenüber dem Rechercheverbund teilt das Bundeskriminalamt mit, dass es sich "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um echte Dokumente handle". Das bestätigte auch die Recherche des NDR, WDR und der "Süddeutschen Zeitung". Die betreffenden Unterlagen dürften unter anderem bei der Strafverfolgung von IS-Rückkehrern hilfreich sein. Außerdem könnten die Daten dabei helfen, die IS-Rekrutierer dingfest zu machen, die in Deutschland tätig sind.

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