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Das sind die zuverlässigsten Autos Deutschlands

25.04.2013 | 11:51 Uhr |

Der ADAC hat seine neueste Pannenstatistik für PKWs veröffentlicht. Demnach sollen vor allem die Fahrzeuge deutscher Hersteller besonders zuverlässig sein. Eher schlecht schnitten dagegen einige Modelle von Hyundai, aber auch der Chevrolet Matiz und mehrere Ford-Fabrikate ab. Der Hauptgrund für das Liegenbleiben eines PKWs blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Die ADAC-Pannenstatistik informiert jedes Jahr darüber, welche PKW-Modelle von welchen Herstellern besonders zuverlässig laufen und welche eher Pannen verursachen. Zudem kann man aus der Pannenstatistik herauslesen, welche Komponenten eines Autos typischerweise für dessen Ausfall sorgen. Insofern ist die ADAC-Pannenstatistik eine wichtige Orientierungshilfe für Autofahrer – neben TÜV- und Dekra-Report (die im Unterschied zur ADAC-Pannenstatistik allerdings nicht die Zuverlässigkeit eines Fahrzeuges zeigen, sondern dessen Langzeitqualität und Rostanfälligkeit).
 
Mit diesen Autos wird das Fahren zum Abenteuer
 
Laut der ADAC-Pannenstatistik 2013  schnitten zwölf Fahrzeuge besonders schlecht ab. Als „wenig zuverlässig“ bewertete der ADAC unter anderem den Transporter Fiat Ducato und die Familienkutsche Ford Mondeo. Aber auch der Kleinwagen Honda Jazz oder der Auto-Zwerg Chevrolet Matiz versprechen im Vergleich zu Konkurrenzmodellen eine erhöhte Pannengefahr. Der erfolgreich verkaufende koreanischer Automobilhersteller Hyundai ist mit zwei Modellen in der Grusel-Top-12 vertreten. Doch nicht nur preiswerte Fahrzeuge machen öfters mal schlapp, sondern auch der Premium-Kleinstwagen Smart fortwo sowie das Cabrio VW Eos.
 
Zuverlässige Kilometer-Schlucker
 
Die 21 zuverlässigsten Fahrzeuge aus der ADAC-Pannenstatistik lesen sich wie die Verkaufsbroschüre der deutschen Premiumhersteller: Audi ist vier Mal vertreten, BMW sogar fünf Mal (zuzüglich dem Mini), Mercedes bringt es auf vier besonders zuverlässige Modelle. Aber auch Renault, Peugeot, Citroen und Nissan (der Nissan Micra ist der beste Kleinwagen der 2013er-Statistik) sind hier vertreten.

Kurios: Bekannte Marken wie Mazda und vor allem Toyota fehlen sowohl unter den Flops als auch unter den Tops.

Die häufigsten Pannengründe
 
Die Batterie ist der häufigste Grund, weswegen ein Fahrzeug schlapp macht. Die immer zahlreicher verbauten elektrischen und elektronischen Helferlein in modernen Autos überfordern viele Batterien, deren Entwicklung mit der Auto-Entwicklung nicht immer Schritt halten konnte.  Jede dritte Panne war im Jahr 2012 deshalb sogar schon bei jungen Fahrzeugen auf eine defekte oder entladene Batterie zurückzuführen.

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Der ADAC vermutet als Ursache oft auch Mängel in der Konzeption des elektrischen Fahrzeug-Managements: „So benötigen beispielsweise Fahrzeuge mit Start-Stop-Automatik meist eine spezielle AGM-Starterbatterie. Ist diese im Motorraum installiert, kann sie zu warm werden und schneller kaputt gehen.“
 
Das Thema Elektrik als Pannenursache ist aber noch viel häufiger vertreten, wenn man den separaten Punkt „Motormanagement“ dazu rechnet. Und auch die Kühlung beziehungsweise Heizung eines Autos braucht Strom und zerrt an der Batterie. Klassische Motorschäden spielen dagegen mit sieben Prozent kaum eine Rolle. Und auch die gute alte Benzinpumpe (die schon lange nicht mehr mechanisch, sondern elektrisch arbeitet), die in früheren Zeiten häufiger für einen Ausfall sorgte, sorgt nur noch selten für einen ungewollten Halt.

Der ADAC betont, dass allgemein aber die Defekte an technischen Bauteilen zurückgingen.

Statistische Basis

Für die ADAC-Pannenstatistik 2013 wurden ca. 500.000 der über 2,6 Millionen Pannen aus dem Jahr 2012 verwendet. Herangezogen werden nur technische Pannen. Die betroffenen Autos sind dabei nicht älter als sechs Jahre, müssen in mindestens drei aufeinander folgenden Jahren im Wesentlichen unverändert gebaut und in einem der Jahre mindestens 10 000-mal zugelassen worden sein. In diesem Jahr erfüllen 93 Modellreihen diese Kriterien.

ADAC verteidigt seine Statistik
 
Die Aussagekraft der ADAC-Pannenstatistik wird allerdings zunehmend angezweifelt. Denn immer weniger liegen gebliebene Autos werden durch die Gelben Engel des ADAC wieder flott gemacht und fließen damit in die ADAC-Auswertung ein. Weil die meisten Auto-Hersteller ihren eigenen Abschleppdienst haben und ihre Kunden dazu animieren, nicht den ADAC, sondern den Hersteller-eigenen Pannendienst zu rufen. Solche Pannenfahrzeuge erfasst der ADAC dann natürlich nicht mehr. Alle deutschen Hersteller bieten so einen eigenen Pannenhilfedienst an, aber auch Toyota besitzt eigene Helfer. Damit stellt sich die Frage nach der Aussagekraft der ADAC-Pannenstatistik.
 
Wir haben dazu beim ADAC nachgefragt. Katrin Müllenbach-Schlimme vom ADAC antwortete uns folgendermaßen:
 
„Zur ADAC Pannenstatistik kann ich Ihnen sagen, dass in unsere Pannenstatistik nur die Fälle einfließen, in denen ADAC-Mitglieder den ADAC um Hilfe gebeten haben. Nicht berücksichtigt werden die Fälle, in denen der Autofahrer einen Mobilitätsdienst eines Herstellers angerufen hat, genau so wenig wie die Fälle der Selbst- oder Nachbarschaftshilfe oder wenn eine Werkstatt angerufen wird.

Heute hat aber jeder Hersteller und Importeur einen eigenen Notdienst oder beauftragt Dritte mit diesem Service. Somit ist hier Chancengleichheit gegeben. Damit die Hersteller, für die der ADAC die Mobilitätsleistungen erbringt, nicht benachteiligt werden, rechnen wir alle Fälle heraus, die über den Herstellernotruf an uns weitergeleitet werden.

Nach neutralen Umfragen würden die ADAC-Mitglieder zu über 70% im Pannenfall den ADAC rufen. Nur 4% denken an die Mobilitätsgarantie der Hersteller. Der Rest besorgt sich anderwärtig Hilfe. Der Fehler, der durch unterschiedliche Inanspruchnahme der Hersteller-Notrufnummer entsteht, ist also vernachlässigbar. Auch ist die Verteilung der Modelle über die ADAC-Mitglieder deckungsgleich mit dem Bundesdurchschnitt. Mit ca. 30 Mio. Fahrzeugen unserer Mitglieder (mehr als die Hälfte des Gesamtbestandes) gibt unsere Pannenstatistik einen guten Überblick über das Pannengeschehen in Deutschland.

Im Verhältnis zu unserer Flotte von 1700 Fahrern und über 1100 Vertragspartnern sowie zu den von uns erbrachten Pannenhilfen sind die Fälle, die uns entgehen, eher gering.“

Hier erfahren Sie, wie Ihr Auto abgeschnitten hat: Die ADAC-Pannenstatistik 2013 im Detail nach Fahrzeugklassen.

Übrigens:   Nicht nur bei PKWs, auch bei den Brummis ist die Elektrik der häufigste Grund für das Liegenbleiben eines Fahrzeuges.

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