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Das spricht (noch) gegen Vista

30.01.2007 | 17:12 Uhr |

Bill Gates hat gestern Abend den Startschuss gegeben und seit heute steht es zum Kauf bereit: Windows Vista. Und in den Fachmärkten stapeln sich die ersten Vista-PCs. Verlockend. Da stellt sich so mancher die Frage, ob man sofort zugreifen soll oder nicht? Unser Kollege Mike Elgan von der Computerworld hat dazu ein glasklare Antwort: Kauft Vista nicht. Wartet ab. Seine Gründe lesen Sie hier.

Microsoft plant bereits das erste Service Pack für Vista und ist dabei, Feedback seitens der Nutzer einzuholen, um genauer festlegen zu können, was in das Service Pack hinein soll. Bis dieses erste Service Pack verfügbar ist - voraussichtlich später in diesem Jahr -, ist Vista zwar gut aber noch nicht top.

In einer anderen Ecke sieht es ähnlich aus: Hardware- und Software-Firmen, die an Vista-kompatiblen Produkten feilen, sind noch nicht alle bereit für das neue Betriebssystem. Viele Firmen sind noch mittendrin, Vista-Treiber und Updates zu vervollständigen. Audio- und Peripherie-Geräte Hersteller Creative etwa fasst in einer Liste den Status seiner Treiber für einzelne Produkt zusammen. Für die meisten der internen Soundblaster-Produkte sind bereits Vista-Treiber verfügbar. Für einige stehen aber auch nur "Beta"-Treiber bereit. Bei diversen älteren Produkten gibt es den Zusatz "Keine Entwicklung geplant".

Eher ernüchternd auch, wenn man auf der AMD-Site nach Informationen bezüglich ATI-Grafikkarten und Vista sucht. Viele ATI-Karten werden von dem Catalyst Vista Software Driver unterstützt. Diese werden aber noch von einer Reihe "Bekannter Probleme" geplagt. Bis zum heutigen Release der finalen Treiber gab es auch noch die Warnung: "ATI does NOT recommend installing these drivers in systems used for mission critical operations or where productivity of any kind is a concern."

Diese beiden Firmen sind Vorrreiter in Sachen Vista-Unterstützung. Dass man noch nicht komplett bereit war/ist für Vista ist symphtomatisch für viele Firmen. Viele kleinere Periperhie-Hersteller haben noch keinen Support geplant.

Einige PC-Hersteller, wie etwa Alienware und Polywell, favorisieren gar XP gegenüber Vista. Der Grund: Grafikkarten- und andere Treiber für Vista sind noch nicht ausgereift.

Software wie etwa Sicherheitssuiten, die man sich unter Umständen vor nicht allzu langer Zeit zugelegt hat, läuft unter Umständen nicht unter Vista.

Trend Micro, Panda, Computer Associates und Symantec haben alle angekündigt, aktualisierte Versionen am Dienstag auszuliefern - pünktlich, wenn Vista verfügbar ist. Laut Microsoft wird auch McAfee Vista unterstützen, es ist aber noch nicht klar, ab wann. McAfee selbst hat den Vista-Support noch nicht angesprochen. Und einige, aber nicht alle, Zonealarm-Produkte werden Vista erst im Laufe der Woche unterstützen. Überspitzt gesagt: Je kleiner die Firma, desto länger wird es mitunter dauern, bis Vista unterstützt wird.

Zu Spielen: Sie werden unter Vista - und Direct X 10 - ein Augenschmaus sein. Kein Zweifel. Aber das wird ein Feature sein, das man erst gegen Ende des Jahres wirklich in vollen Zügen ausschöpfen kann. Das volle Spiele-Potenzial von Direct X 10 benötigt im Wesentlichen drei Elemente: Ein Betriebssystem, Grafik-Hardware, die es unterstützt und die entsprechenden Spiele. Das OS ist fertig, die Grafikchips zum Teil, und die Spiele sind noch Mangelware. Letztendlich wird Vista zur ultimativen PC-Spieleplattform werden, aber es besteht noch kein Grund für Daddler heute aus dem Haus zu eilen und sich sofort Vista zuzulegen.

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