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Das jüngste Gerücht – die neuesten Hoaxes

19.11.2015 | 15:56 Uhr |

Falsche Viruswarnungen, Fehlinformationen zum Kindergeld, eine WhatsApp-Betrugsmasche oder betrügerische Job-Angebote werden auf verschiedenen Wegen verbreitet.

Ein Hoax ist eine Falschmeldung, die Kettenbrief-artig verbreitet wird. Solche Falschmeldungen, Desinformation und Betrugsmaschen machen per Mail und in sozialen Netzwerken die Runde, etwa die Warnung vor einer Virus-Mail mit "on est tous Paris" oder Fehlinformationen zum Thema Kindergeld. Internet-Nutzer werden in die Irre geführt, verunsichert oder gar über den Tisch gezogen.

Nach den Anschlägen in Paris in der letzten Woche ist eine neue Variante eines älteren Hoax in Umlauf gebracht worden. Darin wird vor einem Baby-Foto gewarnt, auf dem das Baby ein Armband mit der Aufschrift "on est tous Paris" (wir alle sind Paris) tragen soll. Klicke man das Bild an, würde ein Virus aktiv, der Daten und Passwörter stehle. Die Warnung sei durch den Dienst für Cyber-Kriminalität des Verteidigungsministeriums herausgegeben worden. Die Information sei heute morgen durch EUROPE 1 (ein französischer Radiosender) bestätigt worden.

Unklar bleibt wie so oft bei solchen Zeitangaben, wann "heute morgen" gewesen sein soll. Die betreffende Abteilung des Verteidigungsministeriums existiert gar nicht. Die Mails, vor denen gewarnt wird, gibt es auch nicht. Der nahezu gleiche Text wurde bereits im Januar dieses Jahres (nach dem Attentat auf das Satiremagazin Charlie Hebdo) verwendet, nur lautet die angebliche Aufschrift auf dem Babyarmband damals noch "je suis Charlie". Falsche Viruswarnungen sind ein Klassiker unter den Hoaxes.

Eine Woche zuvor sind auf Facebook Fehlinformationen über eine neue Kindergeldregelung in Deutschland verbreitet worden. Angeblich soll die Zahlung des Kindergelds eingestellt werden, falls die Eltern nicht bis Dezember 2015 ihre Steuernummer und die des Kindes an die Familienkasse meldeten. Man müsse dann einen Neuantrag stellen.

Tatsächlich gibt es eine Neuregelung des Kindergelds in Deutschland, die eine Angabe der Steuer-IdNr (Steuerliche Identifikationsnummer) zur Voraussetzung macht, um Doppelbezug des Kindergelds zu verhindern. Allerdings gilt für die Angabe der Steuer-IdNr eine Übergangsfrist bis Ende 2016. Erst danach wird die Auszahlung vorübergehend gestoppt, bis die Angaben vorliegen. Werden die Daten nachgereicht, wird die Zahlung fortgesetzt – ein Neuantrag ist nicht nötig.

Vor einer Abofalle bei WhatsApp warnt die österreichische Website mimikama , die vor allem Hoaxes in sozialen Netzwerken aufdeckt. WhatsApp-Nutzer bekommen demnach eine Nachricht, es seien neue animierte Smileys für WhatsApp verfügbar. Um die Emoticons zu erhalten, sollen die Empfänger die Nachricht mit zehn anderen Nutzern oder in drei Gruppen teilen. Wer danach auf "weiter" klickt, soll seine Handynummer angeben, um den Download zu starten. Tatsächlich schließt man ein Abo ab, das 12 Euro in der Woche kostet – neue Smileys bekommt man jedoch nicht.

Betrug anderer Art lauert bei Job-Angeboten, die in Italien gesichtet worden sind. Während sonst meist Geldwäscher angeworben werden sollen, geht es in dem Fall um Betrug an den Bewerbern . Für zeitlich befristete Jobs beim Getränkehersteller Red Bull soll man vorab 130 Euro für "Sicherheiten" zahlen. Das in der mehrseitigen PDF-Datei als Vermittler genannte Job-Portal Kimeta hat bereits Anzeige gegen die Betrüger erstattet. Red Bull erklärt, es verlange niemals vorab Zahlungen von Job-Bewerbern.

Bevor Sie kursierende Nachrichten mit anderen teilen, informieren Sie sich über deren Wahrheitsgehalt. Oft sind Falschmeldungen bereits als solche enttarnt worden. Geben Sie einfach ein paar passende Stichwörter in Ihre Lieblingssuchmaschine ein. Fügen Sie das Wort "Hoax" hinzu, falls auf der ersten Seite zu viele unpassende Treffer erscheinen.

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