Das dreckige Dutzend

Wo kommt der ganze Spam her?

Freitag den 15.10.2010 um 16:02 Uhr

von Frank Ziemann

Als Mutterland des Spam gelten weiterhin die USA. Von dort kommen knapp ein Fünftel aller unerwünschten Werbe-Mails, wie eine Analyse des Spam-Aufkommens im letzten Quartal zeigt.
Herkunftsländer von Spam (Sophos)
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© 2014

Abhängig davon, wen man fragt, sind zwischen 80 und 95 Prozent aller Mails als Spam, also als unerwünschte Massen-Mails einzustufen. Den größten Anteil daran haben die USA, differenziert man nach Kontinenten, liegt jedoch Europa vorn. Das jedenfalls zeigen die Ergebnisse des Sicherheitsunternehmens Sophos.

Graham Cluley von Sophos stellt in seinem Blog die Resultate der Analyse des Spam-Aufkommens von Juli bis September vor. Demnach stammen 18,6 Prozent aller Spam-Mails in diesem Zeitraum aus den USA, gefolgt von Indien und Brasilien. Länder, in denen sehr viele Menschen leben, belegen also die ersten drei Plätze. In der von Cluley als "dreckiges Dutzend" titulierten Rangliste der Top 12 Herkunftsländer von Spam folgt Deutschland mit einem Anteil von 3,4 Prozent hinter Frankreich und Großbritannien auf Platz 6. China ist nicht vertreten.

Spam-Herkunft nach Kontinent (Sophos)
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Sortiert man die Herkunft von Spam nach Kontinenten, liegt Europa jedoch mit 33,1 Prozent vor Asien (30 Prozent). Erst dahinter folgt Nordamerika mit 22,3 Prozent, von denen der Löwenanteil auf die USA entfällt. Afrika trägt nur wenig zur Verstopfung der elektronischen Postfächer bei.

Spam-Aufkommen in Deutschland (eleven)
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Das Berliner Sicherheitsunternehmen eleven kommt in seiner neuesten Spam-Analyse zu recht ähnlichen Resultaten. Auch bei den Berlinern führen, bezogen auf den Monat September, die USA. Auf den Plätzen folgen Brasilien und Indien, Deutschland liegt auf Rang 8. Das Spam-Volumen in Deutschland zeigt laut eleven eine leicht fallende Tendenz.

Die Spam-Mails werden heute überwiegend über Botnetze verbreitet. In der kürzlich veröffentlichten Ausgabe 9 seines Sicherheitsreports SIR   gibt Microsoft an, in den USA seien im ersten Halbjahr 2010 mehr als 2,2 Millionen Rechner Teil eines Botnetzes gewesen, in Brasilien immerhin über eine halbe Million. Ohne Wissen der PC-Besitzer werden gekaperte Rechner als Spam-Schleudern missbraucht.

Freitag den 15.10.2010 um 16:02 Uhr

von Frank Ziemann

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